Berliner Kurier vom 18.05.2017, laut genios.de, Titel: "Der alte Nazi-Geist spukt in den Kasernen"


 

Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) gibt bekannt: Die Wehrmacht war nicht an Kriegsverbrechen beteiligt. Gez. Lakeitel.
Die "Legende von der sauberen Wehrmacht" konnte bis zur ersten Wehrmachtsausstellung von 1995 aufrecht erhalten werden. Als Wehrmachtsausstellung werden zwei Wanderausstellungen des Hamburger Instituts für Sozialforschung bezeichnet, die von 1995 bis 1999 und von 2001 bis 2004 zu sehen waren. Die erste hatte den Titel Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944, die zweite Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944. Durch sie wurden Verbrechen der Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem im Krieg gegen die Sowjetunion, einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und kontrovers diskutiert. Nach der Kritik an der ersten Ausstellung setzte die zweite andere Akzente, bekräftigte aber die Grundaussage von der Beteiligung der Wehrmacht am Vernichtungskrieg des NS-Regimes gegen die Sowjetunion, am Holocaust sowie am Porajmos.

Die Nachfolgeorganisation der Wehrmacht ist die Bundeswehr, die 1955 nach einer Wiederbewaffnungsdiskussion im Deutschen Bundestag und in der Gesellschaft ins Leben gerufen wurde. Im Mittelpunkt der Bundeswehr steht nach Friedrich Beermann das Leitbild vom Staatsbürger in Uniform, der nicht mehr blind Befehlen gehorchen, sondern nur seinem Gewissen gegenüber verantwortlich aus Einsicht und Überzeugung handeln soll.
Das Oberkommando der Bundeswehr gibt bekannt: Die Bundeswehr dient ausschließlich der Verteidigung der Freiheit Deutschlands in der Welt. Gez. Laleyen.
Doch auch die "Legende von einer erneuerten und sauberen Bundeswehr" hinkt. Die Bundeswehr kämpft unter anderem in Afghanistan, Syrien, Irak und Mali. Ihr Oberst Georg Klein wurde einer breiten Öffentlichkeit als Befehlshaber des Luftangriffs bei Kundus/Afghanistan im Jahr 2009 bekannt, bei dem im Rahmen der Bombardierung eines Tanklastzuges dutzende Zivilisten und Taliban starben. Die sog. "Staatsbürger in Uniform" wurden unter anderem des Weiteren bereits innerhalb der Bundeswehr als "islamistische Gefährder" und in der Tradition der Wehrmacht als Soldaten mit rechtsextremistischem NS-Gedankengut enttarnt. Der Fall Franco A. beweist darüber hinaus, dass dieser Oberleutnant als registrierter Syrer vermutlich einen Terroranschlag plante. Ein Einzelfall? Nein, denn Ermittler der Bundeswehr haben in einer weiteren Bundeswehrkaserne in Donaueschingen einen mit Wehrmachts-Devotionalien dekorierten Besprechungsraum entdeckt.
Die Wehrmacht lebt anscheinend in der Bundeswehr weiter. Wer mistet den "Saustall Bundeswehr" endlich aus, zumal es auch in der Truppe Fälle von sexuellen Belästigungen von Soldatinnen gibt?
Roland Klose, Bad Fredeburg

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