Die Mai-Steuerschätzer prognostizieren Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (74, CDU) im Bundestagswahljahr 2017 ein großes Wahlgeschenk - nämlich Steuermehreinnahmen in Höhe von 54,1 Milliarden Euro bis zum Jahr 2021, weil die Wirtschaft im Land des Exportweltmeisters momentan brummt. Besser hätte es eine Wahrsagerin mit einem Blick in ihre Kugel auch nicht vorhersagen können. Warum? Die Risiken im sog. "Steuer-Lotto" sind doch enorm und zur Zeit nur sehr schwer einschätzbar. Gründe sind unter anderem: Trumps Forderungen nach einem weitaus höheren NATO-Beitrag Deutschlands und nach hohen Strafzöllen auf Importe aus Deutschland, der Brexit und die Folgen für die EU und Deutschland, Macrons Forderung nach Eurobonds, der Vergemeinschaftung von Schulden, ein mögliches Wiederaufflammen der Flüchtlingskrise, wenn Erdogan die Schleusen öffnet, Reformation und Modernisierung von Ursula von der Leyens "Brauner Armee Fraktion (BAF)", Versorgung und Integration von Flüchtlingen, Verstärkung der inneren Sicherheit wegen erhöhter Terrorgefahr, ein Comeback der Bankenkrise, weil die unverbesserlichen Investmentbanker mit am Kabinettstisch von Trump, Macron & Co. sitzen, und, und, und.
 
Deshalb glaube ich nicht, dass Dr. Schäuble jemals ins Steuerparadies eingehen wird. Das Steuerparadies liegt nämlich nicht in Deutschland - dafür gibt es innerhalb der EU viel zu viele Länder, die Deutschland ihren wirtschaftlichen Erfolg im Export neiden und beschneiden wollen - sondern weiterhin in Panama, Malta & Co. für die sog. Superreichen, die sich ins Fäustchen lachen. Übrigens, der krasse Gegensatz zu Schäubles Steuerparadies sind die Tafeln in Deutschland, welche die Arbeitslosen, Alleinerziehenden, Hartz-IV-Empfänger, Dumping- und Mindestlöhner, Flüchtlinge und Altersarmutsrentner mit offiziell abgelaufenen Lebensmitteln versorgen.
 
Das ist nicht alles "Hartzer Käse" - benannt nach Dr. Peter Hartz IV, sondern bittere Realität in Deutschland. Für alles ist in Deutschland Geld da, nur nicht für die Ärmsten der Armen. "Alt werden in Deutschland ist scheisse - arm alt werden, richtig scheiße (Bert Wollersheim)." Da bleibt natürlich die soziale Gerechtigkeit auf der (Bahn)Strecke, wenn der "Schulz-Zug" entgleist. Denn, ein Rentner in Deutschland, der 40 Jahre hart gearbeitet hat und zuletzt 2.500 Euro brutto verdiente, bekommt nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung vor Steuern eine monatliche Netto-Rente von nur ca. 804 Euro. Zum Vergleich: Beamte bekommen gegenüber Arbeitern und Angestellten eine monatliche Beamtenpension, die im Durchschnitt ca. 2,5 mal höher als die gesetzliche Rente liegt. Das sind keine "Fake News", sondern Fakten aus dem Schland Deutschland, wo sich angeblich Leistung lohnen soll. Deshalb mein Vorschlag, wie Schäubles vermeintliche Steuermehreinnahmen gerecht verteilt werden müssen: Alle Bürger in Deutschland erhalten als Anerkennung für ihre unterschiedlichen Lebensleistungen posthum den Beamtenstatus - das heißt jeweils nach Ausscheiden aus dem Arbeitsleben - damit sie sich auf diesem Wege besser vor Altersarmut schützen können.
 
Noch eine Anmerkung zum Schluss: Stealthing ist ein gefährlicher neuer Sex-Trend, wo der Mann während des Geschlechtsverkehrs einfach unbemerkt das Kondom von seinem Penis entfernt. "Steuer-Stealthing" ist ein ähnlich gefährlicher Trend, wenn Steuerschätzer trotz vieler hoher Risiken 54,1 Milliarden Euro an Steuermehreinnahmen vorhersagen, obwohl die prall gefüllten Steuersäcke bereits erhebliche Löcher aufweisen und zum Abtransport nach Washington, Brüssel, Ankara, Kabul, Damaskus, in die Euro-Südstaaten und zu den Banken etc. bereitstehen.
 
Roland Klose, Bad Fredeburg

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