Gröhes Pflegereform und die russische Pflegedienst-Mafia - QR Code Friendly
"Ein ausgewiesener Gesundheitspolitiker bin ich in der Tat nicht. Aber ich habe in sieben Jahren als Vorsitzender des Diakonischen Werks in meiner Heimatstadt Neuss wichtige Erfahrungen in der Altenpflege, der Gemeindepsychiatrie und der Hospizarbeit gemacht." Dies sagte Hermann Gröhe (CDU) am 06.01.2014 in der Bild am Sonntag zu seiner Befähigung für das Amt des Bundesgesundheitsministers.
 
Richtig, Herr Minister Gröhe, damals als die häusliche Pflege unserer Schwerstkranken noch von der Diakonie und der Caritas geleistet wurde, da war die Welt in der Tat noch in Ordnung. Aber seit den unzähligen Pflegereformen und dem Pflegeverstärkungsgesetz (PSG II) mit den fünf Pflegegraden ist die häusliche Pflege zu einem lukrativen Geschäft im Schlaraffenland Deutschland geworden, so dass sich insbesondere die russische Mafia mit ihren Pflegediensten neben dem Drogenhandel und der Prostitution ein drittes Standbein aufbauen konnte. So ist es nicht verwunderlich, wenn jetzt 230 russische Pflegedienste unter Betrugsverdacht stehen, tatsächlich mehr Leistungen mit den Krankenkassen abgerechnet als in der "heilen Pflegewelt" geleistet zu haben. Der Schaden wird mit einer Milliarde Euro pro Jahr für die Krankenkassen geschätzt, den wir gesetzlich Versicherten mit dem Beitragssatz zur Pflegeversicherung bezahlen müssen. Übrigens, der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wurde gerade wieder einmal zum 01.01.2017 von 2,35 auf 2,55% erhöht.
 

Und was sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dazu: "Die Pflegereform nutzt allen – den Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen und unseren Pflegekräften. Es gehe darum, besser auf die einzelnen Pflegebedürfnisse einzugehen. Dabei werde niemand durch die Umstellung auf das neue System schlechtergestellt." Einen Nutznießer haben Sie dabei vergessen, Herr Minister Gröhe, nämlich die Pflegedienste der russischen Mafia, weil es ihrer Pflegereform an Kontrollmechanismen und den dafür notwendigen Fachkräften mangelt. So wird die innere Sicherheit und Versorgung in Deutschland auch in der häuslichen Pflege bedroht. Da bringt es auch gar nichts, nach Whistleblowern in den Pflegediensten Ausschau zu halten. Whistleblower werden von der russischen Mafia sofort liquidiert.

 

Roland Klose, Bad Fredeburg


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