Staatsakt für Helmut Kohl in der EZB? (2x gedruckt) - QR Code Friendly

Münchner Abendzeitung und Berliner Kurier vom 20.06.2017, laut genios.de, Titel: "Er war ein Visionär mit Durchsetzungskraft"


 

Der EU-Kommissionspräsident, Jean-Claude Juncker, will wegen der Verdienste Helmut Kohls um die europäische Einigung einen europäischen Staatsakt für den deutschen Alt-Bundeskanzler (1982-98) ausrichten lassen. Richtig so. Deshalb schlage ich hiermit einen Staatsakt für Helmut Kohl in der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main vor. Warum?

Am 2. Mai 1998 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft (EG - darunter auch Helmut Kohl) in Brüssel die Gründung der EZB und die Einführung des Euro, die zum 01.01.1999 als Buchgeld und zum 01.01.2002 als Bargeld realisiert wurde. Kohl war klar, dass er damit gegen den Willen einer breiten Bevölkerungsmehrheit handelte, die lieber die stabile Deutsche Mark (D-Mark) behalten hätte. Kohl dazu: "In einem Fall (Einführung des Euro) war ich wie ein Diktator."

Das sollte sich später rächen, als Kohl nicht mehr an der Macht war. Die sog. Einheitswährung Euro brachte nämlich keinen Segen über die EU, weil sie wegen recht unterschiedlich starker und schwacher Volkswirtschaften und mangelnder Stabilitätskriterien nicht krisenfest war und ist. Somit mutierte der Euro im Zuge der Bankenkrise zur Staatsschulden- und Eurokrise bzw. zur bürgschaftsgestützten Euro-Schuldenunion - insbesondere in den Euro-Südstaaten Griechenland, Portugal, Spanien und neuerdings sogar in Italien, wo es den Bürgern mittlerweile schlechter geht als noch im Jahr 1999. Die ESM-Bürgschaften stehen dabei schlechthin für ein E uro  S ado  M aso, wobei der Euro mit Peitschen und mit Fesselspielen zusätzlich malträtiert wird. Darüber hinaus hat der Euro durch den massiven Ankauf von Staatsanleihen maroder Euro-Südstaaten durch die EZB inflationäre Auswirkungen. Der Sparer wird ferner durch die verfehlte EZB-Politik des EZB-Chefs Mario Draghi in Form von Mini-, Straf- und Negativzinsen der Banken auf Euro-Sparguthaben quasi enteignet. 

Und was lernen wir aus der viel zu frühen Einführung des Euro? Helmut Kohl hat uns bei der Euro-Einführung mächtig verKOHLt. Der Euro darf als letztes Mittel erst kommen, wenn die Vereinigten Staaten von Europa Realität geworden sind. Alles andere führt wegen des hohen Restrisikos schnurstracks zum EURO-Supergau. Oder ziehen Sie sich etwa ihr Kondom erst n a c h dem Geschlechtsverkehr auf? Deshalb sollte es meines Erachtens einen europäischen Staatsakt für Helmut Kohl in der EZB in Frankfurt am Main geben - und vielleicht sogar ein KOHL-Mausol E U m im Keller des EZB.

Roland Klose, Bad Fredeburg


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