Die Offenbarung des Peter Taubers (CDU) (gedruckt) - QR Code Friendly

Münchner Abendzeitung vom 06.07.2017, laut genios.de, Titel: "Das Verhalten ist schizophren"


 

Tauber-Tweet: "Vollbeschäftigung ist viel besser als (soziale) Gerechtigkeit in Deutschland."
Jetzt hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber mitten im Bundestagswahlkampf 2017 - wohl frustriert über die eigene Kaltstellung innerhalb der CDU - endlich die Katze aus dem Sack gelassen. Das deutsche Volk und vor allem die SPD sollte der "CDU-Krawall-Taube" dafür sehr dankbar sein. Der Tauber-Tweet offenbart nämlich die ganze Wahlprogramm-Ideologie und Wahlprogramm-Logik der CDU - beschlossen bei einem Kaffeekränzchen in einem Kaffeehaus - die da lautet, es gibt keine Armut in Deutschland, weil wir bis zum Jahr 2025 im Namen von Bundesmutti Merkel die Vollbeschäftigung in Deutschland versprechen. Deshalb sollte nach Peter Tauber jeder etwas Anständiges lernen, damit er nicht auf ein prekäres Beschäftigungsverhältnis angewiesen ist.
Großer Irrtum, Herr Tauber. Warum? Die CDU blockiert nämlich das von der SPD geforderte Rückkehrrecht von Frauen von Teilzeit in eine Vollzeit-Beschäftigung. Und das die CDU nicht viel von sozialer Gerechtigkeit hält, hat diese Legislaturperiode eindrucksvoll bewiesen. Schließlich setzte die SPD in weiten Teilen den gesetzlichen Mindestlohn gegen den ursprünglichen Willen der CDU in der GroKo durch. Lohndumping schafft zwar in letzter Konsequenz Vollbeschäftigung, dafür nun mal keine soziale Gerechtigkeit - stattdessen eine "Lohnsklaven-Arbeitswelt". Menschen müssen aber von ihrer Hände Arbeit und folgerichtig von ihrer Lebensleistungsrente menschenwürdig leben können. Doch die CDU unter Merkel und Tauber ignoriert einfach, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht und dass es eine zunehmende Armut insbesondere bei den Alleinerziehenden, Dumpinglöhnern, Hartz-IV-Empfängern und Altersrentnern in Deutschland gibt. So blockiert die CDU z. B. weiterhin die von der SPD geforderte Solidarrente und legt in ihrem CDU-Wahlprogramm noch nicht einmal ein eigenes Rentenkonzept vor, weil die Rente ja bis zum Jahr 2030 gesetzlich geregelt sei. Richtig, aber bis 2030 soll das Rentenniveau von jetzt 48,2% weiter auf 43% abgesenkt werden, damit das Problem der Altersarmut nicht gelöst, sondern noch größer werden kann.

O du scheinheilige "Christlich-demokratische Union Deutschlands". Lohn- und Rentendumping und eine neue Armut schaffen zwar auf Dauer gesehen Vollbeschäftigung, dafür aber nur Ungerechtigkeit und sozialen Unfrieden in Deutschland. Die "CDU-Krawall-Taube" hat mit ihrem Tauber-Tweet Deutschland und dem Bundestagswahlkampf 2017 einen Bärendienst erwiesen. Dem Bundeskanzlerinamt in Be(ä)rlin dürfte die "Offenbarung des Taubers" jedoch ganz und gar nicht ins Wahlkampfkonzept passen.

Roland Klose, Bad Fredeburg


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