EU-Marshallplan für Afrika, um die Fluchtursachen zu bekämpfen! (gedruckt) - QR Code Friendly
Preußische Allgemeine Zeitung vom 04.08.2017, Leserbriefseite, Titel: "Erst retten, dann retour"


Österreichs und Deutschlands Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) und Thomas de Maiziere (CDU) kritisieren die Seenot-Retter der Flüchtlinge im Mittelmeer, die in nicht seetüchtigen Schlauchbooten von Afrika auf dem Weg nach Italien in die EU unterwegs sind.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Warum? Seenotrettung ist die Hilfe für in Seenot geratene Menschen. Zu den Tätigkeiten gehören die Rettung von Schiffbrüchigen, die Brandbekämpfung auf See, die Suche nach Vermissten, die Bergung von Toten sowie die Bergung von Schiffen, Booten oder anderen Gegenständen auf See. Durch internationale Abkommen ist geregelt, dass die Seenotrettung von allen Küstenstaaten in ihren Hoheitsgewässern durchzuführen ist.
Jedoch kann und darf Seenotrettung kein Freifahrtschein für Asyl in der EU sein. Deshalb ist es richtig und wichtig, wenn die geretteten Flüchtlinge gleich nach erfolgter Seenotrettung und der Ankunft in Italien wieder per Schiff zu ihrem ursprünglichen Abfahrtshafen zurück gefahren werden. Wenn das konsequent geschieht, dann werden die abenteuerlichen Schlauchbootfahrten mit viel zu vielen Toten übers Mittelmeer früher oder später endlich aufhören, weil sie aussichtslos geworden sind.
Trotzdem muss natürlich Flüchtlingen aus Afrika unbedingt geholfen werden - und zwar in ihren Heimatländern. Ein Marshallplan für Afrika und die radikale Umsetzung des Weltklimaabkommens sind dabei vonnöten, damit die Fluchtursachen wirklich bekämpft werden können. Dafür muss die Entwicklungshilfe für Afrika drastisch aufgestockt werden. Die EU sollte daher dringend darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoller wäre, anstatt 40% des EU-Etats für Landwirtschaft und Agrarsubventionen für reiche Bauern auszugeben die Afrikahilfe zur Selbsthilfe ohne imperialistische und koloniale Hintergedanken deutlich zu erhöhen. Ansonsten wird Europa eines Tages total übervölkert sein, weil halb Afrika aus Not auf dem Weg nach Europa unterwegs ist.
Roland Klose, Bad Fredeburg

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