Diesel-Gipfel: Scheidungsprämie statt Kaufanreize! (gedruckt) - QR Code Friendly

Berliner Kurier vom 04.08.2017, laut genios. de, Titel: "Die Politik steht auf der Seite des Geldes"


 

Wie wichtig der Diesel-Gipfel von Be(ä)rlin für die deutsche Volksgesundheit war und ist, erkennen wir daran, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) es nicht für nötig hielt, extra dafür aus ihrem Urlaub zurück nach Berlin zu kommen. Der Diesel-Gipfel war der Gipfel der Unverschämtheit und reine Augenwischerei, weil sich die GroKo-Bundesregierung samt ihrer Lobbyisten wieder einmal - ich denke da vor allem an den EU-Türkei-Flüchtlingsdeal mit Erdogan - zum Wohle des Autokartells erpressen ließ. Schließlich hängt jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland am Auto.
Ein sog. Software-Update bei Diesel-PKW soll nun die Abgase reinigen und die krebserregenden Stickoxide um 30% verringern. Wer das glaubt, wird selig. Autoexperten und Umweltverbände halten weder die Software-Updates noch die von der deutschen Autoindustrie bisher aus Kostengründen abgelehnte Hardware-Umrüstung mit größeren Harnstoffgemischtanks für Diesel-PKW für die geeignete Lösung, um den Stickoxid-Ausstoß unter den zulässigen Grenzwert zu drücken und so gerichtlich angeordnete Fahrverbote zu verhindern. Letztendlich muss das neutrale Bundesverwaltungsgericht entscheiden und diesen Diesel-Spuk vom Diesel-Gipfel verwerfen.

Wenn die GroKo-Bundesregierung wirklich das Weltklimaabkommen von Paris umsetzen will, dann sollte sie endlich einsehen, dass der Diesel aus Umwelt- und Gesundheitsgründen zum Aussterben verurteilt ist. Kaufanreize für Diesel-PKW sind deshalb mehr als pervers, kontraproduktiv und rückwärtsgewandt. Neue Technologien wie das E-Auto und das Auto mit Wasserstoffantrieb müssen stattdessen verstärkt vorangetrieben und gefördert werden. Deshalb mein Vorschlag: Jeder Autofahrer, der sich bis zum 31.12.2020 von seinem Diesel-PKW trennt und dafür ein E-Auto kauft, erhält zusätzlich zur Elektroauto-Prämie in Höhe von Euro 4.000 noch eine "Diesel-Scheidungsprämie" in Höhe von ca. Euro 3.000 und einen Zuschuss zur Umrüstung auf Starkstrom, damit der Autofahrer auch zu Hause sein E-Auto jederzeit aufladen kann. Ferner sollte der Diesel-Kraftstoffpreis dem Superbenzinpreis angeglichen werden, um mit diesen zusätzlichen Einnahmen den Ausbau des E-Tankstellennetzes für E-Autos voranzustreiben. Vielleicht schaffen wir so doch noch die seinerzeit versprochenen eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020.

Roland Klose, Bad Fredeburg


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Kommentare

# Diesel-GipfelAlois Sepp 2017-08-03 11:38
Absolut richtig ausgedrückt. Unsere "Wegdrücker-Kanzlerin" wartet immer bis jemand Anderer etwas für sie tut.
Offensichtlich nimmt die Kanzlerin das Wort "Team" folgendermaßen auf: "Toll ein anderer machts"!

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