Gemeinnützigkeit von Schützenvereinen und der katholischen Kirche gehören auf den Prüfstand! - QR Code Friendly
Wenn Vereine nicht jedem offen stehen und das andere Geschlecht generell außen vorgelassen wird, dann können sie nicht gemeinnützig sein, das sagt sinngemäß der Bundesfinanzhof mit Sitz in München. Viele Schützenvereine in Deutschland, die keine Frauen als Mitglieder in ihren Reihen dulden, regen sich deshalb tierisch auf, weil dem katholischen Brauchtum nach nur Männer Priester und folglich auch nur Männer Mitglied eines Schützenvereins sein dürfen. Ein alter katholischer Zopf, erdacht von pflichtzölibatären Klerikern, obwohl bereits Frauen wie Junia und Phöbe in der christlichen Urkirche Apostelin und Priesterin sein durften, der nun endlich im Zuge der Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit von Männern und Frauen abgeschnitten werden muss. Ansonsten droht der Verlust der Gemeinnützigkeit, wenn eine Körperschaft, Personenvereinigung oder Vermögensmasse vom Finanzamt nicht als gemeinnützig anerkannt wird. Das bedeutet im schlimmsten Fall den Wegfall der gänzlichen Befreiung von den Ertrags- und Vermögenssteuern. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit kann nämlich auch rückwirkend entzogen werden, wenn die Körperschaft einen vorrangig wirtschaftlichen Zweck verfolgt oder gemeinsam angehäuftes Vermögen zweckentfremdet verwendet. Es geht ums liebe Geld.
 

Insofern gehört meines Erachtens nicht nur die Gemeinnützigkeit von ausschließlich männerdominierten Schützenvereinen auf den Prüfstand, sondern auch die katholische Kirche als oberster Brauchtumspfleger im Besonderen. Warum? In der katholischen Kirche sind ausschließlich Männer zur Priesterweihe zugelassen, welche die Geschicke der Kirche lenken. Frauen dürfen in der Kirche nur dienen anstatt mitzubestimmen. Außerdem gibt es in Deutschland keine wie von Papst Franziskus geforderte "Kirche der Armen", welche die Auszeichnung der Gemeinnützigkeit wirklich verdienen würde, sondern eine überaus reiche Kirche, die große Vermögenswerte hortet. Beispiele: So besitzt das Erzbistum Paderborn ein Vermögen in Form von Immobilien und Wertpapieren in Höhe von knapp vier Milliarden Euro und das Erzbistum München und Freising sogar ein Vermögen in Höhe von sechs Milliarden Euro. Hat das noch etwas mit Gemeinnützigkeit zu tun. Ich glaube nicht.

 

Roland Klose, Bad Fredeburg


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