Gamescom und Casino-Kapitalismus (gedruckt) - QR Code Friendly

Münchner Abendzeitung vom 25.08.2017, laut genios.de, Titel: "Nichtwähler, aufwachen!"


 

Bundeskanzlerin Angela Merkel betritt Neuland. Sie eröffnet zum ersten Mal die Gamescom in Köln. Vergessen sind anscheinend die schier endlosen Diskussionen um die gewaltverherrlichenden Computerspiele, die unter anderem für die Verrohrung der deutschen Gesellschaft verantwortlich gemacht werden. Dabei ist die Realität in den Kriegsgebieten in Syrien, dem Irak und in Afghanistan noch weitaus brutaler und menschenunwürdiger, wo auch deutsche Truppen im Einsatz sind. Aber in Wahlkampfzeiten brauchen die politischen Parteien bekanntlich ja jede Stimme. Da sind die Produzenten von Computerspielen und die digitalen Player natürlich auch eine interessante Zielgruppe. Schließlich gibt es doch viele Gemeinsamkeiten zwischen Computerspielern, Börsianern und dem sog. Casino-Kapitalismus der Banken. Es wird gespielt und gezockt auf Teufel komm raus.
Vernünftig erscheint daher Merkels Einwand, es müsste auch Computerspiele für die digitale Bildung geben. Nicht umsonst leben wir doch in der von ihr selbst begründeten Bildungsrepublik Deutschland. Richtig, damit es auch Kevin und Chantal per Computerspiel von Level zu Level bis hin zum Einser-Turbo-Abi schaffen. Das sind wir vor allem der Pisa-Studie schuldig. Zucker und Zimt das Spiel beginnt. Gamescom - die neuen Spiele kommen. Dabei sein ist alles.
Roland Klose, Bad Fredeburg

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