Martin Schulz und seine

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits im Jahr 2008 die sog. Bildungsrepublik Deutschland ausgerufen. Passiert ist seitdem herzlich wenig. Doch jetzt verspricht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mitten im Bundestagswahlkampf 2017 mit seiner "Nationalen Bildungsallianz" eine Bildungsreform, die Deutschland zum Bildungsland Nr. 1 in Europa nachen soll: gebührenfreie Bildung von der Kita über die Schule und Hochschule bis zur beruflichen Bildung. Dafür will Schulz 12 Milliarden Euro für bessere Schulen in die Hand nehmen und investieren.

 

Einfach toll? Aber in der Bildung gilt wie im Fußball: "Geld allein schießt noch keine Tore bzw. mehr Geld allein macht noch keinen Bildungsweltmeister." In marode Schulgebäude investieren bedeutet nicht automatisch, gleiche Bildungschancen für alle realisieren zu können. Dazu gehört viel mehr. Auf den Leh(e)rkörper kommt es nämlich an, der viel zu oft nur den Lehrstoff laut Lehrplan auf Teufel komm raus durchzieht, ohne dabei auf alle Schüler unterschiedlicher Intelligenz gleichermaßen Rücksicht zu nehmen.  

 

Deshalb müssen meines Erachtens in der Schule ganz neue Wege beschritten werden, denn nur so können wir wirklich etwas zum Positiven hin verändern und erfolgreich werden. Der YouTuber, Social Media Mathehelfer und Bildungsingenieur Daniel Jung macht es uns doch mit seinen über 2.000 kostenlosen Mathe-Erklärvideos auf YouTube (Wikipedia für Mathe) vor, wie gleiche Bildungschancen für alle in der Praxis umgesetzt werden und unsere Schüler und Studenten dabei auch noch Spaß an Mathe empfinden können. Der Erfolg gibt ihm recht. 200.000 Dauergäste nutzen bereits seine Mathe-Erklärangebote auf YouTube. Wir brauchen daher mehr Daniel Jungs in unseren Schulen, denn Geld allein macht nicht glücklich. Der Lehrstoff muss dagegen spannend, interessant und für jedermann und jederfrau verständlich herüber gebracht werden. Daran hapert es vor allem in unseren Schulen.

 

Übrigens, in Frankreich können Politiker und Diplomaten nur Karriere machen, wenn sie zuvor eine Elitenbildung genossen und an der Grande Ecole Sciences Po studiert haben. In Deutschland bewirbt sich dagegen Martin Schulz für das Amt als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, der noch nicht einmal das Abitur besitzt. Von daher gesehen ist doch bereits jetzt bildungstechnisch alles möglich in Deutschland, denn fast jeder kann Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin werden, oder?

 

Roland Klose, Bad Fredeburg


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Kommentare

# Martin Schulz ....Alois Sepp 2017-08-30 14:24
Alles recht und schön. Was nützt das Abitur, wenn man sonst unfähig ist am gemeinschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Leider können viele der heutigen Abiturienten ohne ständigem Handy- und Computergebrauch so viel wie nichts. Das Abi ist nur rein theoretischer Zauber, damit erlernt sich das Leben nicht automatisch. Wir brauchen in Deutschland wesentlich mehr Leute die wirklich angreifen können und etwas mit ihrer eignenen Kraft Zustande bringen.
Da mangelt es seit vielen Jahren in Deutschland. Die Abiturienten und Theoretiker werden immer mehr. So kann man Deutschland nicht wieder aufbauen.
Wie viele gute Persönlichkeiten brachte Deutschland schon hervor, die "nur" weniger (schul-)gebildet waren? Es wird nur gerne so hingestellt, dass die anderen k e i n e Bildung haben. Abi und Promovation sind nicht Alles!
Ansonsten stimmt es wirklich, dass es in den Schulen auf den Lehrkörper ankommt. Das durfte ich zu meiner Freude und persönlichem Nutzen selbst auch erfahren. Es gab und gibt gute Pädagogen. Leider kann ein noch so guter Pädagoge bei unseren heute vielfach verzogenen, eingebildeten, sich selbst überschätzenden Sprösslingen nichts ausrichten. (zumal diese "Sprösslinge" von den Eltern noch unterstützt werden) Man lernt immer nur die Rechte kennen, von den auch lebenswichtigen Pflichten in unserem Dasein hört man nichts!
Wie viele Politiker mit angeblicher "Bildung" haben wir alleine schon im Bundestag? Es ist schon fast der größere Teil. Wurde dadurch unsere Politik in Deutschland im Sinne unseres Landes besser? Leider nein.

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