Das TV-Scheinduell Merkel-Schulz: Kaum Zeit für mehr Gerechtigkeit! (2x gedruckt) - QR Code Friendly

Berliner Kurier vom 05.09.2017 und Münchner Abendzeitung vom 08.09.2017, laut genios.de, Titel: "Merkel gegen Schulz: Beide haben überlebt"


 

Ferdinand Lassalle (1825-64), der verwegene Sozialist und jüdische Mitbegründer der SPD in Deutschland, duellierte sich am 01.04.1860 mit dem späteren deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck. Beide überlebten das Pistolenduell. Lassalle starb jedoch drei Tage nach einem weiteren Pistolenduell am 31.08.1864. Der Grund für das Duell war seine große Liebe, Helene von Dönniges, dessen Vater etwas gegen die Heirat mit ihm, Lassalle, hatte.  
Das TV-Duell, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen den SPD-Herausforderer Martin Schulz, erinnert mich dabei stark an das Duell Bismarck-Lassalle. Warum? Es gab keinen klaren Sieger, beide haben das Duell schadlos überlebt und beide haben sich während des Duells äußerst ehrenhaft verhalten. Allerdings wurde in diesem Duell eindeutig mit Platzpatronen geschossen - es gab viel zu viele Gemeinsamkeiten und viel zu wenig Dissens. Sozusagen ein GroKo-Scheinduell, das seinesgleichen sucht.  
Das eigentliche Gewinnerthema und der Wahlwerbeslogan von Martin Schulz - "Zeit für mehr Gerechtigkeit?" - kam in diesem Duell mit stumpfen Waffen quasi fast überhaupt nicht vor. Stattdessen "Kaum Zeit für mehr Gerechtigkeit", weil in dem Plauderduell Begriffe wie Altersarmut wegen der Rente auf Rekordniedrigniveau, neue Armut der Alleinerziehenden und das Auseinanderdriften der Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland gänzlich fehlten. "Deutschland ist doch Exportweltmeister, unseren Millionären und Milliardären geht es gut, die Wirtschaft und die Steuereinnahmen boomen und die Anzahl der Arbeitslosen ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung Deutschlands", so Bundeskanzlerin Merkel.  
Und Martin Schulz? Der lobte sogar die Errungenschaften des SPD-Altkanzlers, Gazprom-Gerd Schröder, der durch die Agenda 2010, das Absenken des Rentenniveaus auf 43% bis zum Jahr 2030 und die Hartz-I-IV-Gesetze entscheidend verantwortlich ist für die neue Armut und die Gerechtigkeitsdebatte in Deutschland, die erneute Spaltung der alten Dame SPD und die damit verbundene Gründung der Partei "DIE LINKE". Ein Altkanzler Schröder, der darüber hinaus die Russland-Sanktionen der westlichen Welt schon allein dadurch sabotiert, in dem er seinen Busenfreund Putin als lupenreinen Demokraten bezeichnet und das Amt des Aufsichtsratschefs des russischen Staatskonzerns, Rosneft, anstrebt, welches auch noch auf der sog. Sanktionsliste steht. Crazy TV-Duell, Crazy SPD!  

Abschließend ertönte wieder einmal trotz aller vorhandenen und ungelösten Probleme Merkels Credo: "WIR schaffen das!" Meines Erachtens machte das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz wegen der vielen offensichtlichen Gemeinsamkeiten den Weg frei für die GroKo 4.0 - das heißt, die Fortsetzung einer sog. "GroKo-Diktatur" mit der SPD als Juniorpartner - welche letztendlich zur Schwächung der Opposition in Deutschland und zum Erstarken der rechtsextremen AfD (Alternative für Deutschland) geführt hat. "Denk` ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht (Heinrich Heine)."

Roland Klose, Bad Fredeburg


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