Arbeitskräfte und Bundeskanzler aus dem Ausland

Sächsische Zeitung Dresden vom 16.09.2017, laut genios.de, Titel: "Wahlen"


 

ZDF-Talkshow mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz: "Klartext, Martin Schulz!" Toll, um was sich der Martin Schulz alles kümmern will, falls er wider Erwarten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden will. Doch seine Sprache verrät ihn immer wieder. Warum? Über zehnmal hat Herr Schulz in der Talkshow auf die Frage, was er gegen den Fachkräftemangel in Deutschland unternehmen will, folgendes geantwortet: "Ich möchte deshalb Fachkräfte aus dem Ausland "rekrutieren". Kein einziges Mal hieß es dagegen, den langzeitarbeitslosen Menschen in Deutschland eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben, in dem sie auf Kosten der Agentur für Arbeit in gesuchte Berufe umgeschult werden.
Was bedeutet "rekrutieren" und woher kommt das Wort überhaupt? Unter "rekrutieren" verstehen wir in der Bundeswehr die Einberufung von vorher gemusterten Soldaten in den Militär- und Kriegsdienst. Dieses Wort auch noch für Arbeitnehmer zu verwenden, die von Unternehmen dringend benötigt werden und/oder eine Beschäftigung in einem Unternehmen suchen, welche zu einem Leben in Würde ausreicht, das ist meines Erachtens schon fast menschenverachtend.
In diesem Zusammenhang verweise ich darauf, dass viel zu viele Menschen, die in Deutschland dringend als Fachkräfte gebraucht werden, mittlerweile ins Ausland ausgewandert und abgewandert sind, weil sie dort besser entlohnt werden und auch bessere Arbeitsbedingungen vorfinden als in Deutschland. Dazu gehören insbesondere Handwerker, Forscher, Erzieher, Ärzte, Krankenschwestern und Altenpfleger. In unserer "Sozialen Marktwirtschaft" bestimmen doch Angebot und Nachfrage letztendlich den Preis als auch den Lohn. Warum also werden diese gesuchten deutschen Fachkräfte dann nicht auch in Deutschland unter günstigeren Rahmenbedingungen besser bezahlt? Ganz einfach, weil es für Unternehmen kostengünstiger ist, billige Arbeitskräfte aus dem Ausland zu importieren und zu "rekrutieren".

Meine persönliche Meinung dazu: Sollten es Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der SPD-Herausforderer Martin Schulz nach der Bundestagswahl am 24.09.2017 nicht schaffen, die Schere zwischen Arm und Reich zu schließen und endlich soziale Gerechtigkeit in Deutschland herzustellen, dann bin ich dafür, die nächste Bundeskanzlerin oder den nächsten Bundeskanzler der BRD aus dem Ausland zu "rekrutieren".

Roland Klose, Bad Fredeburg


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