Diät zur Verschlankung des Reichstags zu Be(ä)rlin! - QR Code Friendly
In Deutschland 2017 geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander und die neue Armut bei den Kindern, Alleinerziehenden, Mindestlöhnern, Arbeitslosen, Hartz-IV-Empfängern und Altersarmutsrentnern nimmt dramatisch zu. Zeit für mehr Gerechtigkeit? Mitnichten, stattdessen Zeit für mehr Streit um die Sitzordnung im neu gewählten 19. Deutschen Bundestag im Reichstagsgebäude zu Be(ä)rlin. Denn, der Reichstag mit nun sieben Parteien hat einen Wohlstandsbierbauch bekommen und ist mittlerweile hochgradig schwanger mit 709 Bundestagsabgeordneten. Und keiner will neben den "Schmuddelkindern aus der sog. NS-Kita" sitzen.

 

Zum Vergleich: Der letzte deutsche Reichstag der Weimarer Republik von 1933 beherbergte gerade einmal 558 Reichstagsabgeordnete. Wohin also mit den neuen AfD-Abgeordneten in dem viel zu kleinen Reichstag? Am Besten wie nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 in die benachbarte ehemalige Kroll-Oper, wenn diese nicht zu allem Unglück von der Roten Armee in der Schlacht um Berlin im April 1945 zerstört worden wäre.

 

Wenn es nach mir ginge, da würde ich dem Reichstag erst einmal eine Diät zur Verschlankung und einen professionellen Fitnesstrainer verordnen, weil mehr Bundestagsabgeordnete nicht automatisch bessere Gesetze, eine effektivere Streitkultur und mehr soziale Gerechtigkeit bedeuten. Mein Vorschlag also: Einführung des Mehrheitswahlrechts in Deutschland, das heißt, bei 299 Bundestagswahlkreisen qualifizieren sich nur die ersten beiden Gewinner einer Wahlkreisgruppe für einen Sitz im Deutschen Bundestag. Somit gäbe es statt 709 nur 598 Abgeordnetenmandate im Reichstag zu Berlin. Das hat einen entscheidenen Vorteil: Jeder muss um sein Direktmandat wirklich kämpfen, weil er nicht mehr über die Landesliste seiner Partei (die frühere Zweitstimme) abgesichert ist. Weimarer Verhältnisse dürfen sich eben nicht in der Berliner Republik wiederholen!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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