Robert Menasse: Ein europäischer Feiertag statt eine EU-Hauptstadt Auschwitz! - QR Code Friendly
Der österreichische Autor, Robert Menasse, hat den Deutschen Buchpreis 2017 zurecht bekommen - und zwar für seinen Roman "Die Hauptstadt". Menasses Idee, Auschwitz zur Hauptstadt der Europäischen Union zu machen, um die Erinnerungskultur an das größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts - den Holocaust - als ständige Mahnung wach zu halten, kann ich dagegen leider nicht begrüßen.

 

Lieber Robert Menasse, mit der Last und Bürde von Auschwitz bin ich groß geworden und damit werde ich wahrscheinlich auch sterben. Das ist nun mal die Erbsünde der Deutschen. Aber warum immer nur schuldbeladen in die Vergangenheit schauen, für die wir Spätgeborene eigentlich gar nichts können? Richtig, aus Auschwitz müssen die richtigen Lehren für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden. Trotzdem halte ich es für keine gute Idee, Auschwitz deshalb gleich zur Hauptstadt der EU zu machen.

 

Mit Brüssel als Hauptstadt der EU bin ich vollkommen zufrieden. Für die Zukunft Europas und Deutschlands wäre es aber wichtiger, mit einem europäischen Feiertag jährlich an die Römischen Verträge von 1957 zu erinnern, welche schließlich die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) begründeten. Das würde nämlich den Zusammenhalt innerhalb der EU nachhaltig stärken. Eine EU-Hauptstadt Auschwitz wäre diesbezüglich meines Erachtens nicht von Vorteil.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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