Paradise Papers führen Superreiche direkt in die Hölle (gedruckt) - QR Code Friendly
Münchner Abendzeitung vom 07.11.2017, laut genios.de, Titel: "Hauptsache billig und weit weg"


Auf Anraten der Schlange pflückte Eva einen Apfel vom verbotenen
Baum im Paradies und reichte ihn ihrem Mann Adam zum Verzehr, weil sie so wie Gott sein wollten. Deswegen wurden sie aus dem Paradies vertrieben.

Nach den Panama Papers nun die Paradise Papers. Waren also Adam und Eva die ersten Steuer- und Wirtschaftsflüchtlinge der Geschichte? Nein, natürlich nicht, aber es zeigt wieder einmal eindrucksvoll, welchen Verlockungen die sog. Superreichen ausgesetzt sind, die in Steuerparadiese fliehen, um ihren Reichtum zu vermehren und sich dabei so wie Gott im Paradiese fühlen. Übrigens, durch das legale und illegale Ausnutzen von Steuerschlupflöchern und durch Steuertricks, die Steuerberatungsunternehmen kreiert und erfunden haben, gehen allein den Mitgliedstaaten der EU jährlich ca. eine Billion Euro an Steuern verloren.

Jetzt wissen wir, warum die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Ich kann deshalb das dumme Geschwätz von Politikern nicht mehr hören, dass Superreiche nur aus ihren Heimatländern fliehen, weil sie dort zu viel Einkommen- und Reichensteuer zahlen müssten. Die Superreichen fliehen so oder so in Steuerparadiese, egal wie hoch ihre Steuerlast ist, weil sie den Hals einfach nicht voll genug bekommen können und so wenig wie möglich oder am besten gar keine Steuern dem jeweiligen Staat zur Verfügung stellen wollen. Das ist in meinen Augen genauso asozial wie Bankraub und muss daher mit der Vertreibung aus dem Paradies und Enteignung bestraft werden. Dieser betrügerische Raubtierkapitalismus führt nämlich nicht ins Paradies, sondern schnurstracks in die Hölle. Denn unter anderem im Markus-Evangelium steht geschrieben: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt."

Roland Klose, Bad Fredeburg
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