KoKo: Alexander Schalck-Golodkowski kontra Martin Schulz - QR Code Friendly
Die GroKo 3.0 war gestern und die GroKo 4.0 stößt bei der SPD immer noch auf breite Ablehnung. Es herrscht nach der verlorenen Bundestagswahl vom 24. September 2017 anscheinend totale Anarchie bei der SPD in Deutschland und vielleicht sogar demnächst im Reichstag zu Be(ä)rlin. Warum? Der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz will statt einer GroKo eine KoKo-Regierungsbildung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel aushandeln. KoKo, was ist das? Ich kenne nur die KoKo von Alexander Schalck-Golodkowski. Der Bereich KoKo (Ko mmerzielle Ko ordinierung) hatte die Aufgabe, mittels Koordinierung von kommerziellen Aktivitäten, max. Gewinn in Valuta außerhalb des Staatsplanes der DDR zu erwirtschaften. Doch damit konnte Schalck-Golodkowski den Untergang der DDR auch nicht verhindern, sondern nur verzögern.

Nein, die KoKo 2017 der SPD hat mit der DDR-KoKo rein gar nichts zu tun. KoKo heißt im SPD-Sprachjargon Ko operations Ko alition. Sie soll den Niedergang der SPD in Deutschland entscheidend stoppen und die ehemalige Arbeiterpartei wieder vowärts bringen. Die SPD sieht dabei in der KoKo eine Kern-Koalition mit der CDU/CSU, aber nur in den Punkten, wo alle drei Parteien in ihren Grundüberzeugungen übereinstimmen. Bei programmatischen und gesetzesbezogenen Streitigkeiten muss sich darüber hinaus jede KoKo-Partei eigene Mehrheiten für ihre Vorhaben bei den anderen Parteien im Deutschen Bundestag zusammensuchen. Das soll die Demokratie und das Profil der SPD stärken helfen.

Eine gute Idee vom Hl. Martin von Würselen, die sog. "Flexi-Bundesregierung"? Wohl kaum, eine KoKo fördert nicht gerade das Vertrauen zwischen den in ihren Entscheidungen flexiblen Koalitionspartnern, sondern im Gegenteil das Misstrauen. Die Beliebigkeit, die Intoleranz, das Chaos und die Anarchie werden stattdessen im Reichstag zu Berlin einziehen. Die KoKo erinnert mich dabei stark an eine sog. Vernunftehe, damit Adel zu Adel, Geld zu Geld und Macht zu Macht kommen können. Man lebt zwar offiziell zusammen, zeugt und erzieht gemeinsam Kinder, aber hält sich nebenbei noch andere Geliebte - geduldet und toleriert oder auch nicht vom jeweils anderen Ehepartner. Wie lange das gutgeht, haben wir bei Charles und Diana gesehen. Okay, der Vergleich hinkt, denn Angela Merkel ist nicht gerade die "Königin der Herzen", aber Martin Schulz wird sicher ähnlich lange darauf warten müssen, Bundeskanzler zu werden wie Prinz Charles auf die Königswürde - vermutlich erst am St.-Nimmerleinstag. Meine ehrliche Meinung: Die KoKo-Idee der SPD ist eindeutig ein Fall für die Mülltonne.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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