Sind unsere Politiker die Ritter der Tafelrunde? (2x gedruckt) - QR Code Friendly
Hamburger Morgenpost vom 28.12.2017 und Märkische Oderzeitung vom 30.12.2017, laut genios.de, Titel: "Eine Schande für Deutschland"


Maria hat an Weihnachten den Erlöser der Welt, den sie Jesus nennt, in einem Stall in Bethlehem geboren, weil in der Herberge für sie kein Platz war. Das ist der Geist von Weihnachten. Maria und Josef schenken uns den Heiland, obwohl sie von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden.


Gibt es das auch in Deutschland - in einem der reichsten Länder der Erde, wo es uns doch angeblich allen so gut geht, wie dies Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder und wieder gerne betont und behauptet, obwohl die Schere zwischen Arm und Reich seit langem immer weiter auseinandergeht? Natürlich, spätestens seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990. Die 1. deutsche Tafel wurde prägnanterweise von der Initiativgruppe Berliner Frauen e. V. 1993 ausgerechnet in unserer Hauptstadt Berlin gegründet. Seit 1995 gibt es den Dachverband der deutschen Tafelrunde. Diese soziale Bewegung hat mittlerweile mind. 934 Tafeln mit mehr als 2.100 Tafel-Läden und ist aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. In den Tafeln engagieren sich deutschlandweit ca. 60.000 ehrenamtliche Helfer für mind. 1,5 Millionen bedürftige Menschen wie z. B. Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger, Armutskinder, Armutsrentner, Dumpinglöhner, Spätaussiedler und Migranten - Tendenz stark ansteigend. Dabei ist jeder 4. regelmäßige Besucher der Tafelrunde ein Armutsrentner. Gründe für die Bedüftigkeit gibt es viele: steigende Mieten trotz Mietpreisbremse, Minirenten trotz Lebensleistung, steigende Energiepreise trotz erneuerbarer Energien und Dumpinglöhne trotz Mindestlohngesetz etc. Das ist eine Schande für Deutschland und für die unberührbare Kaste der Politiker, die sich immer wieder mit überwältigender Mehrheit ihre Diäten erhöhen und Minilöhne und Minirenten einfach so hinnehmen. Weiter so, Deutschland?

Ein weiter so kann und darf es nicht geben, weil sogar mittlerweile Tafeln wegen Überlastung schließen müssen und es an Lebensmittelspenden, ehrenamtlichen Helfern und vor allem an Unterstützung durch unsere sog. Regierungspolitiker mangelt. Wegducken trotz Weihnachten? Nein, natürlich nicht. Es ist höchste Zeit für mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland. Das weiß auch Martin Schulz (SPD) nicht erst seit dem Bundestagswahlkampf 2017. Deshalb mein Vorschlag an unsere sog. Volksvertreter, bevor sich CDU, CSU und SPD zu Sondierungsgesprächen für eine GroKo 4.0 treffen: Helfen Sie ruhig einmal eine Woche lang bei einer Tafel aus und hören Sie den hilfsbdürftigen Menschen zu, was es wirklich für Not und Elend in Deutschland gibt. Werden Sie zu Rittern der Tafelrunde und bekämpfen Sie so die neue Armut durch politische Taten in der Praxis. WIR alle sind nämlich das Volk - und nicht nur die Reichen, die Unternehmen, die Banken und die privilegierten Beamten und Politiker.

*** PS: Allen Mitgliedern, Autoren und Besuchern der Website buergerredaktion.de wünsche ich hiermit ein frohes Weihnachtsfest 2017!!!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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