Bildungsrepublik Deutschland: Lehrer Lämpel mit Pumpgun? - QR Code Friendly
Die Folgen des Amoklaufs von Florida: US-Präsident Donald Trump will jetzt allen Ernstes die Lehrer bewaffnen. Das ist die Logik eines unverbesserlichen Zynikers, Kriegstreibers, Waffenlobbyisten und Feldherrn: Gewalt muss mit Gegengewalt beantwortet werden. Bomben machen den Einsatz der Mutter aller Bomben notwendig. Kriege schaffen mit immer mehr US-Waffen. Das schafft schließlich Arbeitsplätze in den USA.

Macht kaputt, was euch kaputt macht? Ja, natürlich, letztendlich ist doch jeder Mensch in den USA im sog. Wilden Westen ein Billy the Kid, der die Probleme geschäftsmäßig mit dem Colt löst. Alles Andere erfordert doch nachdenken und Diplomatie. Und zur Freiheit in den USA gehören nun mal der Schutz und das Recht durch und auf eine Waffe und eine Marlboro-Zigarette. Nur, der Marlboro-Mann ist tot, während Donald Trump lebt.

Bewaffnete Lehrer in Klassenzimmern, die im Studium Waffenkunde hatten und Schießübungen absolvieren mussten? Stellen Sie sich diese Situation einmal in der sog. Bildungsrepublik Deutschland vor. Lehrer Lämpel - frei nach Wilhelm Busch - patrouilliert mit einer Pumpgun durch seine Klasse: "Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Dass dies mit Verstand und in Sicherheit geschah, dafür war Herr Lehrer Lämpel da."

Und wie reagieren die Schüler wohl auf ihren bewaffneten Lehrer? Mit Respekt, leg dich nicht mit ihm an, der fackelt nicht lange? Mit Angst und Schrecken oder mit dem Gefühl, so durch den bewaffneten Lehrer vor Amokläufern geschützt zu sein? Ich weiß es nicht. Aber was passiert eigentlich, wenn ein frustrierter und von den Schülern gemobbter Lehrer einmal ausrastet, zum Psychopathen wird und in seiner Klasse wild um sich schießt? Müssen wir dann nicht im Gegenzug nach Trumps Logik auch alle Schüler bewaffnen, damit sie sich so vor ihren Lehrern beschützen können? Ich kann die US-Schüler gut verstehen, die sich vehement für eine Verschärfung des US-Waffenrechts einsetzen. Nur werden sie damit beim größten Waffenlobbyisten der Welt - Donald Trump - auf Granit beißen.

Roland Klose, Bad Fredeburg

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