Rom - Endstation des Römischen Reiches und der europäischen Römischen Verträge? - QR Code Friendly
In der Antike war Rom der Mittelpunkt des Römischen Reiches. Genauso wie am 25. März 1957, als Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Holland und eben Italien in Rom mit den Römischen Verträgen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft - ein Vorläufer der EU - gründeten. Italien ist heute Mitglied der Eurozone und die viertgrößte Volkswirtschaft bzw. der viertgrößte Nettozahler der EU.

Doch nach der Banken-, Euro- und Staatsschuldenkrise ab dem Jahr 2007 mit den fatalen ESM-Bürgschaften insbesondere für die schwächelnden Euro-Südstaaten und dem EU-Brexit Großbritanniens nach dem Referendum von 23. Juni 2016 steht die nächste EU-Katastrophe praktisch vor der Tür. Warum? Matteo Salvini von der Lega Nord und Luigi di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung - die neue Regierungsallianz in Italien - sagen lapidar: "Leck mich an der Po-Ebene (am Arsch), EU!", in dem sie auf Konfrontationskurs mit der EU - der Zwölf-Sterne-Bewegung - gehen und dabei alle Stabilitätsregeln der EU-Eurozone einfach missachten und brechen wollen. Bei einer Staatsverschuldung von sage und schreibe 2,3 Billionen Euro will Italien allen Ernstes unter anderem Steuersenkungen für alle, ein Bürgergeld von Euro 780 und die Rente ab 55 Jahren (in Deutschland demnächst erst ab 67 Jahren) einführen.

Und wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld? Natürlich die EZB-Notenpresse in Frankfurt am Main und die EU - allen voran Deutschland, der größte Nettozahler, Zahlmeister und Dummkopf der EU, der die Europäische Union und den Euro mit immer höher dosierten Finanzspritzen, Eurobonds und zweifelhaften ESM-Bürgschaften künstlich am Leben halten soll. Griechenland konnte so bereits gerettet werden, aber Italien ist nicht Griechenland. So könnte im Extremfall die neue mafiöse italienische Regierungsallianz den Euro letztendlich killen. Damit würde sich der europäische Kreislauf in Rom endgültig schließen, wo am 25. März 1957 alles mit den Römischen EWG-Verträgen begann.

Es rächt sich auf diesem Wege der lose Staatenbund von noch 28 national-egoistischen Staaten, denen es immer nur um das liebe Geld ging und geht. So war es ein fulminanter EU-Fehler, den Euro als gemeinsames Zahlungsmittel für heute 19 EU-Mitgliedstaaten ab dem 01. Januar 2002 einzuführen, ohne dass überhaupt die Vereinigten Staaten von Europa jemals verwirklicht werden konnten. Die Vereinigten Staaten von Europa will auch kaum ein EU-Mitgliedsland. Die meisten Länder wollen nur den Euro haben und ihn kräftig absahnen, aber ihre nationale Souveränität behalten. Daran wird die EU letztendlich scheitern. Den Euro einfach ins Leben rufen, ohne die Vereinigten Staaten von Europa gegründet zu haben, ist genauso paradox, wenn bereits Eltern- und Kindergeld an die Mutter ausgezahlt worden wäre, obwohl die schwangere Europa - eine feminine Gestalt der griechischen Mythologie - ihr Kind noch gar nicht geboren hätte. Die EU mit dem Euro dank Italien eine klassische Fehlgeburt? Ist das Ende der EU nahe wie einst das Ende des Römischen Reiches?

Roland Klose, Bad Fredeburg
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