Fronleichnam: Gradmesser in der sog. Kirche der Armen? - QR Code Friendly
Bereits im Jahr 1246 wurde Fronleichnam in Lüttich zum ersten Mal gefeiert - ausgerechnet in dem Ort, wo am 29.05.2018 ein islamistischer Anschlag verübt und menschliches Blut vergossen wurde. Papst Urban IV. erklärte Fronleichnam im Jahr 1264 zum offiziellen kirchlichen Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi, das auf eine Vision der Augustinernonne, der Hl. Juliana von Lüttich, zurückgeht.

Während der Reformation Martin Luthers führte Fronleichnam zu einem heftigen Streit zwischen Katholiken und Reformatoren, es spaltete sogar die Kirche, weil das Fest in der Bibel nicht erwähnt wird. Und was bedeutet den Katholiken heutzutage der gesetzliche Feiertag Fronleichnam, der nur in den deutschen Bundesländern gefeiert wird, wo die Katholiken noch in der Mehrheit sind? Anscheinend nicht viel, denn die meisten Menschen können mit dem Feiertag wenig anfangen. Es ist lediglich ein freier bezahlter Tag zum Chillen - mehr nicht.

Spaltet der Feiertag Fronleichnam auch weiterhin die Kirche? Nein, er ist vielen Menschen sogar völlig gleichgültig geworden. Selbst der katholischen Kirche wird in Zeiten des Priestermangels Fronleichnam nur noch wenig Bedeutung zugestanden. Warum? In unserer St. Georg-Pfarrgemeinde in 57392 Bad Fredeburg/Hochsauerland - im einstmals katholischen Sauerland - gibt es an diesem Feiertag weder eine Hl. Messe noch eine Fronleichnamsprozession. Vorbei sind die schönen Zeiten meiner Jugend, als noch eine lange Schlange von gläubigen Menschen auf Blumenteppichen wandelte und dem Priester unter dem Himmel folgte, der eine Monstranz mit einer konsekrierten Hostie zur allgemeinen Verehrung zeigte.

Diese Art von Glaubensdemonstration scheint endgültig passe zu sein. Meine Meinung: So eliminiert sich die katholische Kirche in Zeiten des sexuellen Missbrauchsskandals und des Gläubigenmangels selber und verliert weiter an Glaubwürdigkeit, zumal die von Papst Franziskus propagierte "Kirche der Armen" in Deutschland immer noch vergeblich auf Verwirklichung wartet. Daher meine Prognose: Stirbt das Hochfest Fronleichnam aus, dann ist es auch um die Überlebensfähigkeit der katholischen Kirche schlecht bestellt.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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