Aquarius: D-Day oder R-Day (Refugees Day)? - QR Code Friendly
"Wenn der Mond im 7. Hause steht
und Jupiter auf Mars zugeht
herrscht Frieden unter den Planeten
lenkt Liebe ihre Bahn.

Genau ab dann regiert die Erde der Wassermann
regiert sie der Wassermann
der Wassermann, der Wassermann!

Harmonie und Recht und Klarheit
Sympathie und Licht und Wahrheit
niemand will die Freiheit knebeln
niemand mehr den Geist umnebeln
Mystik wird uns Einsicht schenken
und der Mensch lernt wieder Denken dank dem Wassermann..."

An diese Zeilen des Songs "Aquarius (Wassermann)" aus dem Musical HAIR muss ich unweigerlich denken, als das Schiff "Aquarius" in Seenot geratene Flüchtlinge vor der Küste Libyens rettete. Da es in der EU leider keine gemeinsame Flüchtlingspolitik gibt, haben die EU-Mitgliedstaaten Italien und Malta der "Aquarius" und zwei weiteren Schiffen verboten, an ihren Küsten anzulegen und die 600 Flüchtlinge an Land zu bringen. Jetzt werden die Flüchtlingsrettungsschiffe im Hafen von Valencia in Spanien erwartet.

In Valencia dürfen die Flüchtlinge an Land gehen - wo endlich das Sankt-Florians-Prinzip des Handelns außer Kraft gesetzt wird, einem egoistischen Grundsatz, wonach etwas Unangenehmes o. Ä. von sich selbst wegzuschieben ist, ungeachtet dessen, dass dann andere davon betroffen werden könnten. Aber spinnen wir diesen schrecklichen Gedanken doch noch ein bisschen weiter. Valencia verweigert der "Aquarius" die Landung wie die D-Day-Küstenstadt Lion-sur-Mer in der Normandie und auch Rotterdam in den Niederlanden. Und wie verhält sich letztendlich Hamburg, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Bundesinnen- und Heimatminister Horst Seehofer (CSU), wenn die "Aquarius" dort die Flüchtlinge an Land bringen wollte?

Gibt es dann einen zweiten D-Day der Geschichte oder einen R-Day (Refugees Day) in Hamburg, weil die Annahme der Flüchtlinge nicht verweigert wird? Diese Frage muss doch erlaubt sein, oder? Mein Fazit dazu: Die EU-Irrfahrt der "Aquarius" zeigt wieder einmal eindrucksvoll, woran die EU letztendlich scheitern kann, wenn sie keine gemeinsame, lösungsorientierte Flüchtlingspolitik entwickeln sollte.

Roland Klose, Bad Fredeburg
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