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Märkische Oderzeitung vom 14.07.2018, Leserbriefseite, Titel: "Nichts aus der Geschichte gelernt"


Gegenseitige Strafzölle: Donald Trumps "USA-Gesellschaft mit b e s c h r ä n k t e r Haftung" vs. China - Der größte Handelskrieg der Geschichte? Ja, aber Trumps protektionistische "America-First-Politik" ist gar nicht auf seinen Mist gewachsen. Dafür gibt es ein prägendes Vorbild aus der US-Geschichte, wovon Trump leider nichts gelernt hat - den 31. US-Präsidenten Herbert Clark Hoover (1929-33). So wird aus "Forrest Gump" "Forrest Trump".

Die Ausgangssituation: Nach einem Konjunktureinbruch 1924 ermöglichte die US-amerikanische Notenbank (Fed) nämlich eine massive Kreditausweitung der Banken, die zu einer Blase an den Finanzmärkten führte, die dann 1929 im Börsencrash ihren Höhepunkt fand. Anschließend senkte die Fed die Notenbankzinsen auf ein historisch niedriges Niveau von zuletzt zwei Prozent und kaufte massiv US-Staatsanleihen auf. Innerhalb eines Jahres stieg deren Bilanz um 350 Prozent.

US-Präsident Hoover reagierte damals mit dem Schutz der heimischen Industrie vor ausländischen Wettbewerbern. Es war das Ende des Freihandels auf der Welt. Mit dem sog. Smoot-Hawley Tariff Act im Juni 1930 führte Hoover für über 20.000 Artikel Schutzzölle ein, auf welche die betroffenen Staaten mit den entsprechenden Vergeltungszöllen reagierten. Das bereits wiedereinsetzende US-Wirtschaftswachstum brach so jäh zusammen. Der Welthandel schrumpfte. 1938 lag dessen Volumen um 60 Prozent unter dem Wert von 1929.

Donald Trump hat aus der Geschichte wider besseren Wissens nichts gelernt. Mit seinen Strafzöllen im Handelskrieg gegen China wiederholt er den Fehler von Herbert Hoover. Kein guter Tag für den Welthandel und die Weltwirtschaft. Und als nächstes ist anscheinend die EU mit 20%-igen Strafzöllen auf Autoexporte in die USA dran, wenn sich die EU nicht auf ein sog. Null-Zollabkommen mit den USA einigen sollte. Das ist allemal wichtiger als eine gemeinsame EU-Lösung im Asylstreit, denn an den EU-Autoexporten in die USA hängen sehr viele Arbeitsplätze - vor allem in Deutschland.

Roland Klose, Bad Fredeburg

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