Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte am 22.09.2018 verspätet das brennende Moor im Emsland, was ihre Soldaten am 03. September 2018 bei einer Raketentestübung in Brand gesetzt hatten. Sie entschuldigte sich für den Moorbrand von Meppen, obwohl zu diesem Zeitpunkt für den normalen Bürger bei der Spätsommerhitze weder Feuerwerk noch Grillen bzw. Rauchen im Wald erlaubt war. Bei dem Moorbrand sind bisher bis zu 900.000 Tonnen Kohlendioxid von der Bundeswehr freigesetzt worden. Eine gesundheitliche Gefahr für die Bevölkerung bestand verständlicherweise natürlich nicht. Es droht lediglich eine Evakuierung der Anwohner.

Bei der Raketentestübung der Bundeswehr wurde eine einzigartige Moorlandschaft zerstört und die Umwelt nachhaltig geschädigt. Klimakiller Bundeswehr, wo sich doch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerne als Klimakanzlerin präsentiert? Sicher, auch in Friedenszeiten. Ein schwacher Trost, "Flinten-Uschi" von der Leyen sagt den Emsländern ihre Hilfe zu. Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr, die eigentlich im Krieg in Syrien gebraucht werden, sollen die Glutnester im Moor ausfindig machen, damit sie von der Feuerwehr effektiver bekämpft werden können. Warum erst jetzt, Frau Bundesverteidigungsministerin?

Was empfand wohl Frau Bundesministerin von der Leyen beim Anblick des brennenden Moores? Hierzu mein Erklärungsversuch - völlig frei nach der Ballade "Der Knabe im Moor" von Annette von Droste-Hülshoff:

"Flinten-Uschi im Moor"

"O schaurig ist's, übers Moor zu gehn,
Wenn`s wimmelt vom Raketenrauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ist's, übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Rauche!

Fest hält die Fibel Mutti Merkels Kind
Und rennt, als ob man es jage;
Hohl über die Fläche sauset der Wind —
Was raschelt drüben am Hage?
Das ist der gespenstische Gräberknecht,
Der dem Meister die besten Torfe verzecht;
Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind!
Hinducket das Weiblein zage.

Vom Ufer starret Gestumpf hervor,
Unheimlich nicket die Föhre,
Das Weiblein rennt, gespannt das Ohr,
Durch Riesenhalme wie Speere;
Und wie es rieselt und knittert darin!
Das ist die unselige Spinnerin,
Das ist die gebannte Spinnlenor',
Die den Haspel dreht im Geröhre!

Voran, voran! nur immer im Lauf,
Voran, als woll es sie holen!
Vor ihrem Fuße brodelt es auf,
Es pfeift ihr unter den Sohlen
Wie eine gespenstige Melodei;
Das ist der Geigemann ungetreu,
Das ist der diebische Fiedler Knauf,
Der den Bundeswehrsold gestohlen!

Da birst das Moor, ein Seufzer geht
Hervor aus der klaffenden Höhle;
Weh, weh, da ruft die verdammte Margret:
"Ho, ho, meine arme Seele!"
Das Weiblein springt wie ein wundes Reh;
Wär nicht Schutzengel in seiner Näh,
Ihre bleichenden Knöchelchen fände spät
Ein Gräber im Moorgeschwele.

Da, mählich gründet der Boden sich,
Und drüben, neben der Weide,
Die Lampe flimmert so heimatlich,
Das Weiblein steht an der Scheide.
Tief atmet sie auf, zum Moor zurück
Noch immer wirft sie den scheuen Blick:
Ja, im Geröhre war`s gespenstisch, fürchterlich,
O schaurig war's in der brennenden Heide!"

Roland Klose, Bad Fredeburg

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