Jens Spahn provoziert: Kinderlose sollen erheblich mehr in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen (2x gedruckt) - QR Code Friendly
Märkische Oderzeitung vom 17.11.2018 und Neues Deutschland vom 24.11.2018, Leserbriefseite, Titel: "Kinderlosigkeit nicht immer freiwillig" und "Kondomsteuer"


Bereits jetzt müssen kinderlose Lebenspartner 0,25% mehr in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen als verheiratete Lebenspartner, weil der Generationenvertrag wegen des demographischen Wandels in unserer Gesellschaft nicht mehr funktioniert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will deshalb kinderlose Lebenspartner noch kräftiger zur Kasse bitten.

Gerechtfertigt? Ein Anreiz für mehr Kinder? Nein. Warum? Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland nicht mehr stimmen, dann verlagern sie ihre Produktionsstätte ins Ausland. Und wenn die Rahmenbedingungen für Familien und eine kinderfreundliche Gesellschaft nicht mehr stimmen, dann geht die Geburtenrate halt in den Keller und der Nachwuchs bleibt auf der Strecke. Deutschland braucht deshalb unbedingt mehr Betriebskindergärten und eine kostenlose Ganztagsunterbringung, Betreuung und Verpflegung von Kindern in Kitas, Kindergärten und Schulen bzw. eine schnellere und unbürokratische Möglichkeit, ein Kind adoptieren zu können.

Lebenspartnerschaften, die aufgrund von medizinischen und natürlichen Ursachen - wie z. B. Unfruchtbarkeit und Homosexualität - keine Kinder kriegen können, dürfen dafür nicht auch noch bestraft werden. Stattdessen wäre es sinnvoll, Retortenbabys und Leihmutterschaften steuerlich zu fördern und alle künstlichen Empfängnisverhütungsmittel, die Pille danach und jegliche Form von Abtreibung mit einer zusätzlichen Steuer zu belegen, deren Einnahmen komplett in die Pflege- und Rentenversicherung fließen sollten - sozusagen eine sog. "Kondomsteuer". Weil Kinder unsere Zukunft sind. Ein Deutschland ohne Kinder schafft sich nämlich selber ab.

Roland Klose, Bad Fredeburg
Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 
(Durchschnittliche Bewertung 0 bei Bewertung(en))