Staatliche Gemeinnützigkeit: Diskriminierte Frauen in Schützenvereinen und in der katholischen Kirche - QR Code Friendly
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will reinen Männervereinen, die Frauen laut Satzung generell ausschließen, die Gemeinnützigkeit aberkennen. Ein diesbezüglicher Aufschrei kommt insbesondere aus dem Sauerland mit seinen vielen Schützenvereinen. Das Hauptargument dagegen lautet kurioserweise, in Schützenvereinen sei es wie in der katholischen Kirche schon ewig Tradition, dass allein Männer das Sagen haben.
 
Ein Einspruch aus dem Mittelalter, zumal wir heutzutage in einer offenen Gesellschaft in Deutschland leben. Und zu einer offenen Gesellschaft gehören insbesondere auch Vereine, die für Männer, Frauen und Diverse gleichermaßen offen sind. Frauen und Diverse sind nämlich wie Männer nicht nur gleichwertig, sondern auch gleichrangig.
 
Aber hierbei geht es nicht nur um die Rückzugsorte Männervereine, sondern in erster Linie um Steuerprivilegien und -begünstigungen, die mit der staatlichen Anerkennung der Gemeinnützigkeit verbunden sind. Das ist keineswegs weltfremd, wie das die Schützenvereine gerne behaupten.
 
Übrigens, die Aberkennung der Gemeinnützigkeit ist auch ein wirksames Instrument, die katholische "Männer-Kirche" endlich dazu zu zwingen, auch Frauen zum Priesterberuf zuzulassen. Frauen sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft und für die Kirche, auf die wir nicht verzichten können und dürfen. Und der katholischen Kirche in Deutschland geht es, wie jedem anderen Wirtschaftsunternehmen im Kapitalismus auch, in erster Linie um den schnöden Mammon - das Geld. Das hat mit der von Papst Franziskus propagierten "Kirche der Armen" rein gar nichts zu tun.

gez. Roland Klose, Bad Fredeburg, Mitglied und Autor von <https://buergerredaktion.de>
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