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Bund und Länder in Deutschland sind sich beim Klimapaket und der CO2-Bepreisung pro Tonne einig. Toll! Und den Grünen geht diese Einigung natürlich wieder einmal nicht weit genug. Aber was bedeutet das Klimapaket für mich persönlich als Rentner und Besitzer eines kleinen Einfamilienhauses - Baujahr 1963 - in der Praxis wirklich?
 
Deshalb habe ich das besagte Klimapaket einmal aufgeschnürt und so beim "GroKo-4.0-Schrottwichteln" mein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk von unserer Bundesregierung erhalten:
 
1.) Den Umstieg auf ein klimaneutrales Auto, eine klimaneutrale Heizung und eine bessere Gebäudedämmung kann ich mir als Rentner finanziell gesehen schon gar nicht leisten. Und außerdem, wer will mir als Rentner bei meiner Lebenserwartung überhaupt noch Geld leihen?
 
2.) Von der Erhöhung der Pendlerpauschale für Berufstätige habe ich als Rentner rein gar nichts.
 
3.) Von der Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets von 19 auf 7% und der angekündigten Preissenkung der Bahntickets um ca. 10% im Fernverkehr habe ich als Rentner ebenfalls nichts. Denn, in meiner Stadt in 57392 Schmallenberg/Hochsauerlandkreis - ca. 28 km von Winterberg entfernt - hat man das vorhandene Schienennetz schon seit langem zugunsten eines Radweges abgerissen. Die nächsten Bahnhöfe von Schmallenberg-Bad Fredeburg sind ca. 25 km entfernt. Der Busverkehr zu den Bahnhöfen findet bei uns auf dem Land äußerst unregelmäßig statt.
 
4.) Die Senkung der Mehrwertsteuer auf den Strompreis von 19 auf 7% und die angekündigte Senkung der diesbezüglichen EEG-Umlage ist für mich als Rentner eine Wundertüte. Denn, momentan steigen die Strompreise gerade wegen der Erhöhung der EEG-Umlage für erneuerbare Energien auf breiter Front. Langfristig gesehen werden die Strompreise sogar wegen des Umstiegs auf Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 weiter ansteigen, wenn die Nachfrage nach Ökostrom in einer Marktwirtschaft das Angebot zwangsläufig übersteigt. Und außerdem werden die hohen Steuern und Abgaben auf Benzin, Diesel und Heizöl ja auch irgendwann auf den Strom umgelegt werden müssen, es sei denn, unser Staat will zukünftig auf die diesbezüglichen hohe Steuereinnahmen auf fossile Brennstoffe gänzlich verzichten.
 
5.) Nun zu den effektiven Kostenerhöhungen für mich als Rentner: Ab dem 01.01.2021 steigt der Benzinpreis wegen der CO2-Bepreisung auf 25 Euro/Tonne um ca. 7,5 Eurocent pro Liter. Ab dem Jahr 2026 soll der Benzinpreis schrittweise bis zu einem Höchstpreis von 65 Euro/Tonne ansteigen, was insgesamt den Benzinpreis um ca. 19,5 Eurocent pro Liter erhöhen wird.
 
6.) Ab dem 01.01.2021 steigt der Heizölpreis wegen der CO2-Bepreisung auf 25 Euro/Tonne, was bei einem Jahresverbrauch von ca. 3.000 ltr. eine Erhöhung von ca. 8 Eurocent pro Liter ausmacht. Ab dem Jahr 2026 soll der Heizölpreis schrittweise bis zu einem Höchstpreis von 65 Euro/Tonne ansteigen, was insgesamt bei einem Jahresverbrauch von ca. 3.000 ltr. für mich Mehrkosten in Höhe von ca. 618,15 Euro pro Jahr bei einer Erhöhung des Heizölpreises um dann sage und schreibe ca. 21 Eurocent pro Liter bedeuten würden.
 
Schöne Bescherung an Weihnachten 2019. Die GroKo 4.0 hat sich wieder einmal nicht lumpen lassen. Deshalb wünsche ich mir zum Weihnachtsfest von meinen Lieben nichts - außer Benzingutscheine und Gutscheine für den Kauf von Heizöl.


gez. Roland Klose, Bad Fredeburg, Mitglied und Autor von <https://buergerredaktion.de>, <https://www.facebook.com/roland.klose.7>

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