In meiner Erinnerung: 50 Jahre nach Ausbruch der schwarzen Pocken im Sauerland (4x gedruckt) - QR Code Friendly
Westfalenpost und Westfälische Rundschau vom 24.01.2020, jeweils im Arnsberger und Mescheder Teil, Leserbriefseite, ohne Titel


Die beginnende Globalisierung von Krankheiten im 20. Jahrhundert: Am 10.01.1970 kam ein junger Mann nach einem Aufenthalt in Pakistan in das St.-Walburga-Krankenhaus in Meschede/Hochsauerlandkreis. Am 14.01.1970 die erschreckende Diagnose: Schwarze Pocken.
50 Jahre später: "In meiner Erinnerung (Silbermond)" als noch 13-jähriger Junge ein großer Schock. Warum? In ging damals in die 9. Abschlussklasse der Marienschule in Sundern - 24 km entfernt von Meschede. Die Abschlussfahrt der Volksschule war in das geteilte Berlin geplant. Wir freuten uns schon alle riesig darauf, endlich aus der Provinz in die Großstadt Berlin zu kommen und die Mauer aus nächster Nähe sehen zu dürfen. Daraus wurde leider nichts. Denn der Großteil unserer Klasse war nicht gegen schwarze Pocken geimpft, weil der Impfstoff in den 60er-Jahren zu schlecht und zu knapp war. Und die Pocken-Impfe war die zwingende Bedingung für die Einreise aus dem Katastrophengebiet Sauerland nach Berlin.
So mussten wir leider auf Berlin verzichten und fuhren stattdessen zum Abschluss unserer Schulzeit mit unserem Klassenlehrer Georg Jürgens aus Sundern-Endorf in eine Jugendherberge in den tiefsten Schwarzwald. Eine Bildungsreise, denn die Highlights waren dort unter anderem die Erklimmung des schneebedeckten Feldbergs und die zahlreichen Besuche von Kirchen, wo uns unser Klassenlehrer den Unterschied zwischen Gotik und Romanik anschaulich verdeutlichte. Darüber mussten wir dann nach Abschluss der Klassenfahrt viel zu viele ausführliche Reiseberichte anfertigen. So verbinde ich noch heute den S c h w a r z wald mit dem Ausbruch der S c h w a r z en Pocken im Sauerland.


gez. Roland Klose, Bad Fredeburg, Mitglied und Autor von <https://buergerredaktion.de>, <https://www.facebook.com/roland.klose.7>

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