Die GroKo 4.0 und ihr 130 Milliarden Euro schweres Corona-Weihnachtspaket - QR Code Friendly

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Dieser legendäre Ausspruch von Kaiser Franz Beckenbauer passt wie die Faust aufs Auge. Warum? Der Koalitionsgipfel im Bundeskanzlerinamt in Babylon Be(ä)rlin einigt sich in der Nacht auf ein 130 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket nach der Corona-Krise inmitten der Corona-Pandemie.

So soll unter anderem vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 befristet die Mehrwertsteuer von 19 auf 16% bzw. für Lebensmittel sogar von 7 auf 5% gesenkt werden, um die Wirtschaft insbesondere im Weihnachtsgeschäft wieder kräftig anzukurbeln. Das ist einmalig seit Einführung der Mehrwertsteuer zum 01.01.1968, denn noch nie wurde die Mehrwertsteuer generell abgesenkt, sondern stets erhöht.

Das ist erst einmal eine gute Idee der GroKo 4.0, obwohl dadurch massiv die Steuereinnahmen ohne Gegenfinanzierung zusammenbrechen. Bei näherer Betrachtung ist das aber eher kontraproduktiv. Denn in Zeiten von Corona mit Abstandsregel, Maskenpflicht und Hygieneauflagen kauft der Bürger viel lieber ohnehin beim Onlinehändler im Internet anstatt beim Einzelhändler in den deutschen Innenstädten. Deshalb sollte meines Erachtens die Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 bzw. 5% unbefristet gelten, aber dafür gleichzeitig die Mehrwertsteuer für Online-Geschäfte auf 22 bzw. 9% erhöht werden, damit dadurch dem Staat zwangsläufig keine Mindereinnahmen entstehen müssen.

Das wäre in Zeiten des Klimawandels ein Beitrag zur Verringerung von CO2 und NOx, da so die täglichen Paketzustellungen direkt an die Kunden erheblich reduziert werden könnten. Damit würde nämlich der Einzelhandel durch den ermäßigten Mehrwertsteuersatz einen Preisvorteil erzielen können und so gegenüber dem Online-Handel konkurrenzfähiger werden, was sich nachhaltig auf das Weihnachtsgeschäft 2020 in den deutschen Innenstädten auswirken könnte. #corona


gez. Roland Klose, Bad Fredeburg, Mitglied und Autor von <https://buergerredaktion.de>, <https://www.facebook.com/roland.klose.7>

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Kommentare  

# ... Coona-Weihnachtspaket ...Alois Sepp 2020-06-04 08:55
Leider nützt das auch nicht viel, denn der Laden-Kauf gegenüber dem Online-Kauf scheitert in den meisten Fällen daran, dass man gewünschte Waren im Ladengeschäft wegen der hohen Miet-, Laden- und Lagerkosten das Warensortiment auf ein absolutes Minimum runtergefahren hat. Ich erlebe es ja sehr häufig, dass man bestimmte, handelsübliche Waren im Ladengeschäft erst bestellen muss. (wenn man dies dann überhaupt noch macht)
Solange sich leider so mancher Verkäufer lieber wegdreht und verschwindet, "Kunde droht mit Arbeitsauftrag", blüht der Onlinehandel kräftig weiter.
--es gibt leider auch so manche, dunkle Seite beim Fachgeschäft--

Ich persönlich würde sehr viel lieber im "Fachgeschäft" mit direktem Personalkontak kaufen!
# MehrwertsteuerRoland Klose 2020-06-04 13:03
In den Apotheken geht es doch auch, wenn die Ware nicht vorrätig ist, kann sie trotzdem umgehend bestellt und innerhalb von einem Tag geliefert werden. Das muss auch im deutschen Einzelhandel möglich sein, wenn er gegenüber dem Online-Handel bestehen und überleben will. Mit einer möglichen MWSt.-Erhöhung für Online-Geschäfte hätte der deutsche Einzelhandel ja schließlich einen gewissen Preisvorteil.

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