Sind die Gedanken noch frei? - QR Code Friendly
In der letzten Version von 1842 heißt es bei August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: "Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen mit Pulver und Blei: Die Gedanken sind frei!"

Aber ist das wirklich so? Sind unsere Gedanken noch frei? Seit dem Ausspähprogramm PRISM und Edward Snowden wissen wir, die NSA (Nationale Stasi Agentur der USA) kann zumindest unsere schriftlich und mündlich fixierten Gedanken ausspionieren. Kann die NSA unsere intimsten Gedanken erraten? Ja, wenn eines Tages die Digitalisierung unserer Bilder und Gedanken im Kopf mittels Elektroenzephalographie-Ausspähprogramm möglich sein sollte. Dann könnte im Vorfeld schon abgeklärt werden, wer als potentieller Terrorist überhaupt in Frage käme.

Trotzalledem sollte Bundesinnenminister, Hape Friedrich (CSU), bei seinem USA-Besuch unbedingt die NSA dazu veranlassen, den PRISM-Wahn in Deutschland unverzüglich zu stoppen. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel unsere sog. amerikanischen Freunde nicht überzeugen kann, die PRISM-Überwachung unschuldiger deutsche Bürger ohne Rechtsgrundlage zu unterlassen, dann sollte sie wie der luxemburgische Premierminister, Jean Claude Juncker, noch vor der Bundestagswahl am 22. September 2013 zurücktreten. Es darf keine Wiederauferstehung von Erich Mielkes Stasi in Deutschland geben. Denn, unsere Gedanken sind frei und sollen es auch bleiben!

Roland Klose, Bad Fredeburg
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Kommentare

# Manfred Kiefer 2013-07-12 17:56
Die NSA wird den Teufel tun und PRISM in Deutschland stoppen. Das ist auch gar nicht nötig, da die meisten Daten deutscher Nutzer bei Anbietern gespeichert sind, die amerikanischem Recht unterliegen.

Der Besuch unseres Bundesinnenministers ist eine reine Schauveranstaltung, um Beruhigungspillen in Form von nichtssagenden Presseerklärungen unters Volk zu streuen. Ändern wird sich dadurch rein gar nichts.

Edward Snowdon unterstelle ich durchaus ehrenhafte Motive für sein Handeln, nur war es bodenlos naiv, erst in Hongkong, jetzt in Moskau unterzutauchen. Die chinesischen und russischen Geheimdienstler reiben sich wahrscheinlich grinsend die Hände, so einfach war es noch nie sensible Daten abzugreifen.

Übrigens, präventive Verbrechensbekämpfung gibt ues schon, dazu braucht es kein Gedanken-im Kopf-Elektroenzephalographie-Ausspähprogramm, das geschieht einfach auf Grund statistischer Wahrscheinlichkeiten, siehe hier:
https://spiegel.de/netzwelt/web/in-santa-cruz-sagen-computer-verbrechen-voraus-a-899422.html.

Manfred Kiefer
# Roland Klose 2013-07-13 06:55
Na und? Trotzdem müssen wir Deutschen uns nicht alles gefallen lassen. Naiv ist, wer die Praktiken der NSA einfach hinnimmt. Naiv ist auch nicht Snowden. Denn nur in Russland und China ist er wirklich sicher vor den USA auf dieser Welt.

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