Die Eindämmung der Corona-Krise wird neben dem zu erwartenden Impfstoff weiterhin entscheidend  vom Verhalten der Bürgerinnen und Bürger beeinflusst,
wobei ab Frühjahr 2021 insgesamt positive Entwicklungen zu erwarten sind.
 
Das Jahr 2021 bringt daneben zahlreiche gesetzliche Änderungen in den verschiedensten Bereichen sowohl für die Wirtschaft als auch für die Bürgerinnen und Bürger.
Für letztere sollen zur Information die wichtigsten Neuerungen kompakt dargestellt werden:
  1. Kurzarbeitergeld: Erleichterung des Bezugs von Kurzarbeitergeld entsprechend dem Beschäftigungssicherungsgesetz.
  2. Sonderzahlungen: Bis zu € 1.500,00 können Arbeitgeber aufgrund der Corona-Krise weiter steuerfrei auszahlen – vorerst begrenzt bis 30. Juni 2021
  3. Grundrente: Ca. 1,3 Millionen Rentner mit kleiner Rente (davon 70 % Frauen) und 33 Beitragsjahren (einschließlich Zeiten der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen) werden ab 1. Januar 2021 einen Rentenaufschlag erhalten, der gestaffelt ist. Eine Beantragung ist nicht erforderlich, weil das zuständige Finanzamt anhand der Rentendaten überprüft, wem die Erhöhung zusteht (sog. automatische Einkommensprüfung). Schwierigkeiten entstehen, wenn keine Steuererklärungen abgegeben wurden.
  4. Nationale CO2-Kohlendioxyd-Kosten für die Bereiche Heizen und Verkehr: Jeder Anbieter von Waren oder Dienstleistungen der Kohlendioxyd ausstößt, muss € 25,00 pro Tonne bezahlen (weitere Anhebungen bis zum Jahr 2025 geplant). Dies bedeutet konkret, dass sich der Liter Benzin um rund 7 und der Liter Diesel  um rund 8 Cent verteuern, unabhängig von anderen Erhöhungen, die auf Verbraucher abgewälzt werden.
  5. Pendlerpauschale: Ab dem 21. Kilometer Erhöhung von 30 auf 35 Cent bis zum Jahr 2023. Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel Pauschale bis max. € 4.500,00.
  6. Für Elektro-Hybrid-Fahrzeuge: Weiter individuelle steuerliche Förderungen.
  7. Soli: Für fast alle Bürgerinnen und Bürger wird der Soli weg fallen. Nur  10 % der Menschen mit höherem Einkommen zahlen ihn weiter.
  8. Mehrwertsteuer: Die Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli 2020 von 19 % auf 16  % Prozent bzw. von 7 auf  5 % ab wird zum 31. Dezember 2020 beendet.
  9. Mindestlohn: Wird von derzeit € 9,35 auf € 9,50 erhöht;  geplant ist, den Mindestlohn ab 1. Juli 2021 weiter auf € 9,60 anzuheben.
  10. Kindergeld: Das Kindergeld wird für das erste und zweite Kind auf € 219,00, für das dritte Kind auf € 225,00 und ab dem vierten Kind auf € 250,00 angehoben.
  11. Kinderzuschlag: Für Familien mit kleinem Einkommen wird der Zuschlag von bisher € 185,00 auf höchstens € 205,00 erhöht.
  12. Kinderfreibetrag: Der steuerliche Kinderfreibetrag wird erhöht auf € 5.460,00.
  13. Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf:  Betrag wird auf  € 2.928,00 erhöht.
  14. Personalausweis: Die Kosten für die Ausstellung eines Personalausweises erhöhen sich von € 28,50 auf € 37,00 bis zum Mindestalter von 24 Jahren. Jüngere Personen zahlen € 22.80.
  15. Einweg-Plastik-Verbot: Kein Verkauf mehr von Trinkbechern,  Bestecken,  Tellern,  etc..

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Neben der Coronakrise ist in den Medien berechtigterweise der drohende Brexit das beherrschende Thema.
 
Wie es mit allen Wahlversprechen etc., dazu kommen konnte, ist bekannt:  Die Bürgerinnen und Bürger des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland (Bezeichnung wird seit 1927 verwendet) haben sich mehrheitlich für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union ausgesprochen, der dann zum 1. Februar 2020 vollzogen worden ist. Dabei wurde im Austrittsabkommen eine Übergangsphase vereinbart, die zum 31. Dezember 2020 endet , und in dieser sollte vor allem Politik und Wirtschaft Zeit gegeben werden, durch eine Vereinbarung die zukünftigen Beziehungen zu regeln. Eine  Verlängerung dieser Frist ist nicht möglich, da Großbritannien den hierfür festgelegte Termin des 1. Juli 2020 verstreichen ließ.
 
Nun scheint eine derartige Vereinbarung nicht mehr zustande zu kommen, die Gespräche zwischen EU und UK drohen zu scheitern, auf den  sog. “No Deal”
zuzulaufen. Dies hätte gravierende Folgen für beide Seiten, ganz besonders aber für die Wirtschaft des Inselreiches, wenn die Handelsbilanzen verglichen werden.
 
Wie soeben ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte, ist die Regierung seines Landes zum Schutze ihrer Gewässer vor EU-Fischflotten auch bereit, militärische Patrouillenboote einzusetzen, und zwar “rund um die Uhr.”
 
Die oftmals angesprochene Absonderung Großbritanniens (Union von vier Landesteilen mit England, Wales, Schottland, Nordirland  mit insgesamt 66 Millionen Einwohnern) vom europäischen Festland, war nicht immer gegeben. Geschichtskundige wissen, dass englische Könige die Hälfte  des französischen Territoriums  beherrschten – zwar als lehenspflichtige Vasallen der französischen Könige  -- und erst nach dem sog. Hundertjährigen Krieg Festland-Europa verlassen mussten, sich dann aber weiter als Könige von Frankreich bezeichneten – bis zum Jahr 1816. Dies alles zusammen genommen  -- neben dem Verlust des Empire -- das tief verwurzelte Inseldenken und die oft spürbare Abneigung gegen das Festland?

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Die Situation unserer Katholischen, allumfassenden Kirche, stellt sich besonders in Europa, aus verschiedenen Gründen nicht gut dar.
 
Dazu gehört zweifelsohne die Frage des Pflicht-Zölibats, wenn dies auch nicht das Hauptproblem ist: Das Zölibatsgesetz, die Verpflichtung aller Priester zur Ehelosigkeit, wurde durch das II. Laterankonzil im Jahr 1139 für die gesamte Katholische Kirche verkündet und in Kraft gesetzt. Seither ist der/das Zölibat (beide Formen möglich) eine unabdingbare Voraussetzung (conditio sine qua non) für die Priesterweihe (siehe dazu Canon 277 § 1 CIC = Codex Iuris Canonici).
 
Es ist hier nicht der Raum, welche konkreten Motive für die Einführung des Zölibatsgesetzes maßgeblich waren. Dass die Katholische Kirche aber bis heute am Pflichtzölibat auch für Weltpriester festhält, wird mit verschiedenen Aspekten begründet, vor allem:
 
Die freie Verfügbarkeit der Priester sowie die Zeichenhaftigkeit der Ehelosigkeit, wobei gerade für letzteres immer mehr Katholiken Unverständnis zeigen.
 
Im Alten Testament und auch zu Zeiten Jesu hatte gerade die Ehelosigkeit bei Juden wegen der positiven Bewertung der Ehe keinerlei Akzeptanz.  Aus dem Neuen Testament kann auch keine verpflichtende Ehelosigkeit für Priester hergeleitet werden, sprechen Jesus und Paulus doch nur von der freiwilligen Ehelosigkeit (siehe Mt. 19, 10 – 12,; 1 Kor 7,25 – 28,38). Bei Paulus ist zu beachten, dass er seine Gedanken im Horizont einer Naherwartung der Wiederkunft Christi (Parusie) äußerte.
 
Heute, fast 900 Jahre Jahre nach Einführung des Pflichtzölibates, ist höchste Dringlichkeit geboten, über dieses Verdikt eine Entscheidung herbeizuführen.
Nachdem es sich um kein Dogma, kein biblisch begründbares Erfordernis sondern um eine menschliche Regelung handelt, wäre die Abschaffung zwar ein revolutionärer Akt, aber durch Papst Franziskus durchaus rasch durchführbar!
 
Welch ein Akt der Befreiung wäre dies! Welch immense Last, hier verbunden auch mit Schuld, Leid und Verzweiflung, würde von der Kirche genommen!  Was für ein Aufbruch könnte damit verbunden sein, wenn wieder zahlreiche, geeignete junge Menschen sich berufen fühlen, Priester zu werden und verlassene Gemeinden zu übernehmen.
 
Auf ein Eingehen zu Canon 1335 (Möglichkeit, laisierte und suspendierte Priester als Aushilfen in Gemeinden wieder einzusetzen) wird hier verzichtet.

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“Der römisch-jüdische Historiker Flavius Josephus (ca. 37 – 105 n. Chr.) – einer der wichtigsten Autoren des hellenistischen Judentums - verfasste Werke zunächst in seiner aramäischen Muttersprache, dann in Griechisch.
 
Josephus liefert mit seinen großen Werken (deutsch: Jüdische Archäologie, Jüdischer Krieg) bedeutsame Hintergrundinformationen zum Judentum des ersten Jahrhundert nach Christus und zur frühchristlichen Zeitperiode (Urchristentum).
 
In Rom, wo die Juden nach Vertreibung aus ihrer Heimat als Minderheit in einer nichtjüdischen Umgebung lebten, kam Josephus mit der dortigen Judenfeindlichkeit, dem täglichen Judenhass, in Kontakt. Nach seiner tiefen Überzeugung beruhte diese Feindschaft vor allem auch auf fehlendem Wissen über die Geschichte und die religiösen Überlieferungen der Juden.
 
Um dieser Feindlichkeit entgegenzutreten, legte der Autor der römischen Leserschaft die jüdische Geschichte dar, wozu auch der Nachweis des hohen Alters des jüdischen Volkes gehörte.
 
Der semantische Begriff “Antisemitismus”  ist erst nach Gründung des Deutschen Reiches (1870/71) eingeführt worden, als die deutschen Juden die volle rechtliche und soziale Gleichstellung erhielten. Die danach weiterhin vorhandene Judenfeindschaft wurde dann nicht mehr religiös sondern rassisch begründet – mit den verheerenden, katastrophalen Folgen.
 
Trotz aller wissenschaftlicher Begründungen ist der Begriff “Antisemitismus” als untauglich abzulehnen, und zwar nicht nur deshalb, weil auch die Araber Semiten sind und weil der Begriff nichts mit der sprachwissenschaftlichen Einteilung “semitisch” zu tun hat.
 
Im Jahr 2020  gibt es wieder verstärkt erbärmliche Judenfeindschaft und erbärmlichen Judenhass, z. B. auch von Vertretern des sog. integralistischen Traditionalismus. Der Hinweis auf Josephus Flavius liegt deshalb nahe, um den heutigen Menschen die jüdische Geschichte und die Bedeutung des Judentums in vollem Umfang zu vermitteln.
 

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Münchner Merkur vom 01-10-2020 Leserbriefseite, ohne Titel

“Nach Voltaire, dem großen Enzyklopädisten und Aufklärer(1694 – 1778):
““Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.””
Nun vertreten heute nicht wenige Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Coronavirus-Covid19 die abstrusesten, abwegigsten Meinungen, die bis zur völligen Leugnung der Pandemie reichen, jede wissenschaftliche Erkenntnis negieren. Die freiheitlich-demokratische Verfassung unseres Staates lässt dies alles zu, muss aber auch Regelungen aufstellen, wenn das Allgemeinwohl durch derartige Leugner gefährdet wird.
Bei Verstößen gegen die notwendigen Regelungen (z. B. Maskenpflicht, Mindestabstand) ist der Staat verfassungsrechtlich verpflichtet, dagegen vorzugehen.
Die große Pestepidemie (sog. Schwarzer Tod)  hat im Mittelalter in Europa nach unterschiedlichen Schätzungen  30 – 40 Millionen Menschen das Leben gekostet. Dabei ist äußerst interessant, dass einige Länder völlig verschont geblieben sind. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Entschlossene, aus heutiger Sicht zum Teil rigorose Schutzmaßnahmen, verhinderten das Entstehen und die Ausbreitung der Seuche. Länger andauernde rechtsphilosophische Diskurse verbunden mit abstrusen, abwegigen Meinungen, konnten sich die Verantwortlichen nicht leisten.
Die Leugnerinnen/Leugner der heutigen Corona-Pandemie sind entweder über die weltweit herrschende Situation und über die wissenschaftlichen Erkenntnisse völlig uninformiert oder sie wollen ihre eigenen ideologischen Ziele verfolgen.
Nach den bis jetzt nur rudimentär vorliegenden Erkenntnissen steht jedoch zweifelsfrei fest, dass das Virus nicht nur die Atemwege und die Lunge befällt. Es kann daneben z. B. Auswirkungen haben --  wobei die möglichen Spätfolgen naturgemäß noch überhaupt nicht erforscht sein können – auf:
1. Gehirn mit den verschiedensten neurologischen Symptomen (Virus wurde im Nervenwasser von Gehirnen gefunden.
     Bei Infizierten mit nur leichtem Verlauf traten gravierende Folgen auf, wie Hirnfunktionsstörungen, Gehirnhautentzündungen, Schlaganfälle).
2. Nieren  (mit Niereninfarkten und irreversiblen Schädigungen).
3. Herz (Infizierung der Herzzellen mit Veränderung der Genaktivität dieser Zellen bis zum Herzinfarkt).
Für die Leugnerinnen/Leugner gäbe es eine Möglichkeit, sich über die verheerenden Auswirkungen  dieser Seuche zu informieren: Besuch einer Reha-Klinik, wo Erkrankte wieder gesund werden wollen.””
 

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