{jcomments on}Ich lese in der VdK-Zeitung vom Juni 2012, dass der Sozialverband VdK eine Pflegereform fordert, die den Demenzkranken und deren Angehörigen wirklich hilft.

Die Pflegereform darf jedoch nicht nur bei den Demenzkranken enden, sondern muss auch die Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen wesentlich gerechter behandeln. Es kann nicht für gut befunden werden, dass die Kinder ihre kranken Eltern, oder sonstigen Angehörigen mit einem vergleichsweisen Butterbrot für den persönlichen Einsatz von den gesetzlichen Pflegekassen abgespeist werden.
Im Regelfall ist es so, dass die Familienangehörigen den zu pflegenden Menschen daheim eine wesentlich umfangreichere Pflege zukommen lassen. Hinzu kommt, dass Angehörige nicht selten ihre persönlichen Interessen, ihre berufliche Tätigkeit bis hin zu drastischen Verdiensteinbußen zu Gunsten des zu Pflegenden hinten an stellen. Wird die pflegebedürftige Person in ein Heim gegeben, hat die Pflegekasse einen wesentlich höheren Betrag aufzubringen, als es die Pflege Zuhause vergütet.
Dies ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, da im Regelfall die persönliche Betreuung in einem Heim auf Grund des Pflegeschlüssels nie so ausgeführt werden kann, als es daheim geschieht. Die Pflegekräfte Zuhause setzen Gott lob all ihre Kraft ein, um dem zu Pflegenden ein menschenwürdiges Dasein bieten zu können.
Der Beitrag den wir in die Pflegekassen einbezahlen, reicht für die zunehmenden Leistungen bei weitem nicht aus, um menschengerechte, menschenwürdige Pflege sicher zu stellen. Hinzu kommt, dass das Pflegepersonal im Verhältnis zu anderen Berufszweigen für ihre aufzubringende, aufopfernde Tätigkeit mit zu geringem Verdienst abgegolten wird.

Wenn die Regierung erwägt, die gesetzliche Pflegeversicherung durch eine freiwillige, private Zusatzversicherung zu ergänzen, ist dies menschenunwürdig. Menschenunwürdig deshalb, weil die Geringverdiener, Alte, Kranke, Behinderte es sich finanziell nicht leisten können. Das Dasein der Pflegebedürftigen würde noch menschenunwürdiger als es jetzt zum Teil schon ist.

Betrachtet man für Pflegemittel, Pflegehilfsmittel die Preise, so kann man es absolut nicht mehr nachvollziehen, dass sich zwischen Ware und Preis wertmäßig eine so hohe Kluft auf tut. Es erscheint jedem normal denkenden Menschen wirklich so, als wolle man
die Kassen abzocken. Wie kann es sonst sein, dass für ein und die selbe Ware ein immer höherer Betrag verlangt wird. Hinzu kommt, das sich die Rezeptkosten, die Zuzahlungen von Hilfsmitteln auf den Warenpreis auch noch aufschlagen.  Hier wäre eine unparteiische, unabhängige Kontrollorganisation wirklich von Nöten, um Ausuferungen einzudämmen, bzw. zu beseitigen.

Alois Sepp


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