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Heinz Peter Fischer

Liebe Freunde und Bekannte

Fest der Taufe des Herrn

Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe

Original Foto der Bürgerredaktion.de

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 3, 13-17

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?  Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.  Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Predigt

Das heutige Evangelium beginnt mit einem Konflikt. Wir überhören das vielleicht. Jesus und Johannes sind gegensätzlicher Ansicht. Johannes meint, er selbst müsse von Jesus getauft werden. Johannes hält Jesus für den geistig und moralisch Überlegenen. Jesus widerspricht. Nein, lass es nur gut sein. Jesus stellt sich in die Reihe der Sünder, die durch die Taufe von ihren Sünden befreit werden wollen. Und dieser Konflikt erinnert mich an ein wesentliches Wort aus dem Hebräerbrief: Dort heißt es: „Jesus ist in allem uns gleich geworden außer der Sünde.“  Und ich habe in einer Weihnachtsansprache von Papst Benedikt eine Auslegung dazu gefunden. Am 9. Januar 2013 zitierte Papst Benedikt aus der Erklärung des 2. Vatikanums Gaudium et spes: »Mit Menschenhänden hat er gearbeitet, mit menschlichem Geist gedacht, mit einem menschlichen Willen hat er gehandelt, mit einem menschlichen Herzen geliebt. Geboren aus Maria, der Jungfrau, ist er in Wahrheit einer aus uns geworden, in allem uns gleich außer der Sünde«. Ich möchte anfügen: Jesus wurde auch versucht, er musste mit versucherischen Gedanken kämpfen, musste ringen, den Willen des Vaters zu tun. Das zeigte sich besonders in den Erzählungen von der Versuchung Jesu in der Wüste und auf der Zinne des Tempels. Und dann im Ölgarten. Er ringt mit dem Willen des Vaters. Er hat also auch einen eigenen menschlichen Willen. Denn er schließt mit den Worten „Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine“. An all das können wir denken, wenn wir auf die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes schauen. Laß` es nur geschehen, sagt Jesus zu Johannes. Er reiht sich ein nicht nur, um einen guten Eindruck zu machen, sondern auch weil er ist wie die Anderen. Er kann versucht werden, er muss ringen, kämpfen. Er ist nicht nur der weise Lehrer, er ist nicht nur der Mann der Hungernde speist. Er ist nicht nur der Mann des Mitleids mit den Armen, Kranken und Schwachen. Wir können uns also durchaus vorstellen: Wenn wir krank sind und uns arm und schwach fühlen. Er – Jesus – weiß wie das ist. Wenn wir müde sind und vielleicht auch frustriert und verzweifelt. Jesus kennt auch dieses Gefühl. ER schimpft die unverständigen Jünger. Er hat eine große Rede gehalten, in dem er sich selbst Brot des Lebens nennt. Viele wenden sich von ihm ab. Und Jesus fragt dann seine zwölf Jünger: Wollt auch ihr von mir gehen? Er will von ihnen das Bekenntnis, dass sie bei ihm bleiben wollen. Aber er ist wohl nicht der über alles Überlegene. Sondern er hat vielleicht auch Zweifel an ihrer Treue. Und warum können wir nicht sagen: er hat Angst, dass sie ihn verlassen. Am Ölberg haben sie ihn verlassen, haben ihn sitzen lassen. Am Kreuz waren nur die Frauen und Johannes.  Er war in allem uns gleich – außer der Sünde. Daher ließ er sich auch von Johannes taufen

Aus dem Propheten Jesaia, 42, 1-4, 6-7

Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.  Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln.  Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, schenke allen Getauften die Gnade, dass sie das Geschenk der Taufe im Lauf ihres Lebens besser verstehen und Dir dafür danken. Chrstus höre uns

Herr Jesus Christus, gib den Völkern, die am Jordan leben, den Palästinensern und den Israelis, den Frieden, den sie brauchen und nach dem sie sich sehnen. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, lass die jungen Eltern erkennen, welcher Segen es für ihre Kinder ist, wenn sie das Sakrament der Taufe empfangen. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, wir bitten dich um den Frieden für die ganze Welt, jetzt auch für den Frieden in Venezuela, sowie im Gazastreifen, in der Ukraine und im Sudan. Christus höre uns

Eberhard von Gemmingen

Falls Sie noch ein Geschenk suchen, so käme vielleicht so etwas in Frage. Bitte aber nicht bei mir bestellen, sondern im Buchhandel.

    


Eberhard von Gemmingen


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