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Heinz Peter Fischer

Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt

Original Foto der Bürgerredaktion.de

Aus dem Evangelium nach Johannes, Kap.1, 29-34

 Am Tag darauf sah er Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.  Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

Predigt

Ich möchte mich konzentrieren auf den für viele vielleicht manche provozierenden Satz: Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Es erheben sich Fragen: Wie kann ein einzelner Mensch die Sünde anderer Menschen wegnehmen? Wie kann Jesus die Sünden der Welt wegnehmen? Was heißt das überhaupt „Sünde wegnehmen“? Was ist die Sünde der Welt, was ist mit dem Wort gemeint? Fragen über Fragen, wenn wir nicht gedankenlos darüber hinweglesen, weil wir es schon viele tausend Male gehört habe. Zudem hören wir in jeder Messe: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Und das Ganze ist keine Randfrage am christlichen Glauben, es ist eine Zentralfrage. Wenn wir auf das Kreuz schauen, schauen wir auf das Lamm Gottes.

Ich versuche eine Antwort. Vermutlich gibt es aber auch noch viele andere Antworten: Das erste und zentrale lautet meiner Ansicht nach: Jesus steht in seinem Tod für uns ein, zu unseren Gunsten. Er hält in seinem Sterben die Hand heilend über uns. Er hält die Hand des strafenden Gottes über uns. Wie aber kann Gott, den Jesus unseren Vater nennt, ein strafender sein? Jesus fordert uns doch auf, ihn als liebenden Vater anzusprechen. Er ist ein liebender Vater, aber er ist kein harmloser Vater. Er nimmt dne Menschen ernst, daher nimmt er auch die Defekte des Menschen ernst. Der Mensch ist für ihn weder Maschine noch Tier, sondern ein Wesen, das sich entscheiden kann.

Um näher zu verstehen, müssen wir uns klar machen: Sünde verursacht einen Defekt am Menschen. Gott aber kann an seinen geliebten Geschöpfen keinen Defekt ertragen. Denn er nimmt die Freiheit seiner liebenden Geschöpfe ernst. Er hat sie geschaffen, damit sie anders als Tiere und Pflanzen sich frei für das Gute entscheiden. Ich glaube, es hilft uns, wenn wir uns vorstellen, dass die Sünde unserem Menschsein geschadet hat, dass Sünde dem Menschsein schadet. Die Sünde macht den Menschen in gewissem Sinne krank. Sünde ist selbst verursachte moralische Krankheit. Gott will aber gesunde Menschen. Durch die Sünde haben wir unserer humanen, unserer ganzmenschlichen Gesundheit geschadet. Jesu Zuwendung, Jesu Liebe ist Medizin. Wir kennen auch unter Menschen die heilende Kraft der Zuwendung. Jesus heilt durch seine ausgestreckte Hand, Er schlägt durch seine ausgestreckte Hand über uns eine heilende Brücke zwischen dem Vater und uns.

Dennoch aber noch die Frage: Was ist eigentlich Sünde? Ich vereinfache: Sünden sind nicht primär Taten wie Mord, Ehebruch, Diebstahl. Sünde ist vor allem, wenn unser Leben im Entscheidenden immer nur um uns selbst kreist. Wenn wir nur um uns selbst kreisen und es gar nicht merken, sondern für normal halten und nicht bekämpfen. Nur wenn wir unser Herz ausstrecken auf den Nächsten, auf den Anderen, auf Gott, dann werden wir gesund und sündelos. Wenn wir an dem im Straßengrabe Liegenden vorbeigehen ohne dass es uns irgendwie berührt. Das Denken über uns hinaus ist unsere Lebensaufgabe. Und ich muss hier einfügen: Im Lauf meines Lebens habe ich gelernt: kleine Kinder sind für ihre Eltern das Mittel, um von sich selbst loszukommen. Sie helfen, nicht primär um sich selbst zu kreisen. Kleine Kinder fordern den ganzen Menschen von morgens bis abends und in der Nacht. Und auch die Liebe zwischen Mann und Frau wird erst zur vollen Liebe, wenn sie belastet wird, wenn sie nicht nur spontan kommt.

Nun aber noch einen Schritt weiter: Johannes sagt über Jesus; Er nimmt die Sünde der Welt hinweg. Was ist mit dem Wort „die Welt“ gemeint? Es ist die ganze Welt gemeint, die Welt rund um den Globus, aber auch die Welt zu allen Zeiten, seit Adam und Eva und bis ans Ende der Zeit.

Das ist ein ungeheurer Anspruch. Ich denke: Dieser Anspruch entspricht auch dem Verhalten Jesu. Jesus tritt mit ungeheurem Anspruch auf: Im Johannesevangelium wird der Anspruch in zwei Aussagen Jesu am deutlichsten. Im Johannesevangelium sagt Jesus: Wer mich sieht, sieht den Vater. Und: Ich und der Vater sind eins. Und die Ankläger Jesu vor Pilatus sagen: ER muss sterben, denn er macht sich zum Sohn Gottes, er lästert damit Gott. Daher muss er sterben. In den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas zeigt Jesus seinen Anspruch eher indirekt. Er tut, was nur der Vater tun kann, er erlässt Sünden, er heilt, er schimpft auch, er verurteilt. Weil Jesus so göttlich handelt und auftritt, zeigt er, dass er göttliche Autorität hat, und daher die Sünde der Welt aus seiner Liebe heraus wegnehmen kann. Letztlich ist es göttliche Liebe in Jesus, die die Sünde der Welt hinwegnimmt.

Und damit kommen wir noch auf eine heutige Kirchenfrage: Die Verkündiger der Kirche haben durch Jahrhunderte vielleicht zu viel und zu oft über die Sünden, über die Strafen, über den richtenden und strafenden Gott gesprochen.  Und daher besteht heute die Tendenz, nur über den liebenden Gott zu sprechen, der einfach alles verzeiht und vergibt, bei dem alles nicht so schlimm ist. Daher gibt es auch keine schweren Sünden mehr, sondern höchstens noch menschliche Schwächen. Daher sind die Beichtstühle leer. Damit aber verharmlosen wir Jesus Christus, damit verharmlosen wir den Mann am Kreuz, den Mann, der der Versuchung am Ölberg wegzulaufen, widerstanden hat. Jesus ist nicht harmlos, sondern provozierend. Nur wenn wir zum provozierenden Jesus zurückkehren, wird Jesus und sein Evangelium interessant. Der harmlose Jesu ist langweilig. Auch Theater und Filme ziehen nur an, wenn es in ihnen dramatisch zugeht. Schauen wir viel aufs Kreuz. Das Kreuz zeigt das Drama zwischen Gott und dem Menschen. Lassen wir uns vom Gekreuzigten provozieren, dann kommt in unser Leben geistige Dynamik. Amen

Aus dem Propheten Jesaia, Kap 49, Vers 3, 5-6

Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.   Jetzt aber hat der HERR gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht geformt hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammelt werde. So wurde ich in den Augen des HERRN geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, gib allen Getauften das die Gabe, das Geschenk der Taufe zu verstehen und tiefer zu verstehen. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, schenk den Täufern die Gnade, das Geheimnis der Taufe gut zu erklären. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, bitte gib den Taufpaten die richtige Erkenntnis, welche Aufgabe sie übernehmen und übernommen haben. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, schenk den Theologen die Gabe, das Geheimnis der Taufe gut zu erklären. Christus höre uns

Falls Sie noch ein Geschenk suchen, so käme vielleicht so etwas in Frage. Bitte aber nicht bei mir bestellen, sondern im Buchhandel.

    


Eberhard von Gemmingen


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