Liebe Freunde und Bekannte
3.Sonntag im Jahreskreis 2026 nach Markus
Jesus beruft die ersten Jünger

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 4, 12-23
Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, kehrte er nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: Das Volk, das im Dunkel saß, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus nach. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.
Predigt
Wie konnte aus der kleinen Gruppe der zwölf Männer vom Volk Israel eine den Globus umfassende Weltkirche entstehen? Wie konnte aus diesem Kreis von Fischern und Handwerkern eine kulturprägende Weltanschauung wachsen? Wir müssen vielleicht neu lernen zu staunen. Denn nichts ist selbstverständlich. Es ist zu einfach zu sagen: Das ist eben Gottes Wille und Macht. Gott braucht im Allgemeinen seine Macht durch Menschen. Freilich müssen es Menschen sein, die sich bewegen, die sich mitnehmen lassen, die sich antreiben lassen, die nicht nur gehorchen, sondern Mut haben und denken.
Also gehen wir zurück an den Anfang. Rein menschlich würden wir sagen: Es war reiner Zufall, dass Jesus gerade Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes getroffen hat. Aber wir müssen anfangen zu staunen, dass Jesus offenbar so anziehend und überzeugend war, dass diese vier und darüber hinaus alle Zwölf sich in seinen Bann ziehen ließen. Vielleicht war Jesus hypnotisierend, und sie haben alles liegen uns stehen lassen. Bitte denken wir nach und staunen wir. Die Jünger hatten von Gottheit Jesu, von seiner Gottessohnschaft keine Ahnung. Höchstens hatten sie nach ein paar Tagen den Eindruck, dass er der Messias ist, der Mann der die Römer aus dem Land vertreiben und das alte heilige Israel wieder aufrichten konnte. Wie auch immer es gewesen sein mag. Die Fragen, die sie an Jesus richteten und ihr Verhalten Jesus gegenüber, zeigen, dass Jesus sehr anziehend und überzeugend war. Aber ihr Verhalten zeigt auch, dass sie Jesus oft nicht verstanden haben, dass sie durch Jesus überfordert waren. Ich Verhalten zeigt vor allem, dass sie ihn verlassen haben als es ihnen an den Kragen gehen konnte. Und dann aber kam das große Wunder: Nach Jesu Kreuzigung und nach den Erfahrungen, dass Jesus dennoch lebt, waren sie offenbar neue Menschen. Wenn das nicht so gewesen wäre, dann gäbe es heute keine Kirche. Wenn das nicht so gewesen wäre, dann hätte das Evangelium Jesu die Kultur der Welt nicht so geprägt, wie die Welt tatsächlich durch das Evangelium geprägt wurde. Das Häuflein der Zwölf war offenbar ein Samenkorn für eine Rieseneiche. Ich nenne einmal ein paar Punkte, von denen ich meine, dass sie die Weltkultur geprägt haben: Wir sollen nicht nur unsere Freunde lieben wie es in Stammeskulturen wohl üblich war. Sondern wir sollen auch unsere Feinde lieben oder eben die Menschen, die wir nicht mögen, die böse sind. Wir sollen die Frauen nicht wie in andere Religionen klein halten, sondern als ganze Menschen ansehen. Kinder im Mutterleib sind keine Gewächse, sondern Menschen, deren Leben ebensoviele Würde hat wie unsere eigene. Armut ist eine Provokation, sie muss bekämpft werden, auch wenn wir sie nie voll überwinden können. Der Staat muss für Ordnung in der Gemeinschaft sorgen, aber darf niemandem vorschreiben, was er zu denken hat. Religion muss frei gewählt werden und darf nicht aufgezwungen werden. Zurück zu den vier Männern vom See Genesareth: Aus diesem Keim wurde eine geistige Weltkraft. Wenn das kein Wunder ist! Natürlich haben die Nachfolger der zwölf Apostel haben ebenso Fehler gemacht wie die zwölf Apostel. Aber die Grundidee Jesu ist nicht untergegangen, sondern gewachsen. Und das ist Frucht der Kraft, die wir „Heiligen Geist“ nennen. Die Person der Dreifaltigkeit, die wir vielleicht mehr bedenken und bestaunen müssten, ist der Heilige Geist. Ohne sein Wirken sähe die Welt noch wesentlich schlechter aus. Er hat aus den Männern aus Galiläa eine geistige Weltmacht entstehen lassen. Dafür könnten wir jeden Morgen dem Schöpfervater danken. Amen
Lesung aus dem Propheten Jesaia Kap. 8, 23b, Kap.9 1-3
Wie der Herr in früherer Zeit das Land Sebulon und das Land Naftali verachtet hat, so hat er später den Weg am Meer zu Ehren gebracht, das Land jenseits des Jordan, das Gebiet der Nationen.
Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf. Du mehrtest die Nation, schenktest ihr große Freude. Man freute sich vor deinem Angesicht, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn sein drückendes Joch und den Stab auf seiner Schulter, den Stock seines Antreibers zerbrachst du wie am Tag von Midian.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, schenke den Männern und Frauen, die zur Verkündigung des Evangeliums berufen sind, Deinen heiligen Geist, damit sie Dich und das Reich Gottes gut verkündigen können. Christus höre uns
Herr Jesus Christus, gib allen Getauften die Gnade, wirklich als Christen zu leben, sodaß sie ausstrahlen auf die Welt. Christus höre uns.
Herr Jesus Christus, schenke der Welt in diesen Tagen den Frieden – vor allem in der Ukraine, im Gazastreifen, im Sudan und in allen Ländern in denen Krieg ist. Christus höre uns
Herr Jesus Christus, besuche alle Kranken, Einsamen, Traurigen und zeige ihnen Deine Gegenwart. Christus höre uns
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