Liebe Freunde und Bekannte Weißer Sonntag 2026 Selig die nicht sehen und doch glauben ![]() Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, Kap.20, 19-31 Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. - Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Predigt Die katholische Kirche hat heute weltweit größte Probleme. Aufgrund der Säkularisierung nimmt die Zahl der Christen in den wohlhabenden Ländern ab. Alles suchen nur Wohlstand und Sicherheit. Religiöser Glaube scheint vielen eine Sache von gestern. Es gilt nur Vernunft und Technik. Die Künstliche Intelligenz übernimmt die Steuerung der Menschheit. In anderen Teilen der Welt werden Tausende von Christen verfolgt. Und sie haben es schwer zu überleben. Wenn sie in wohlhabende Länder umziehen, werden sie vom Wohlstand überwältigt und der Glaube ihrer Heimat verdämmert. Ich schildere sehr vereinfachend den Eindruck, den viele Christen hier bei uns heute haben. Die Situation des Glaubens an Christus scheint verzweifelt. Aber war sie das nicht schon am Anfang der Kirchengeschichte? War die Glaubens-Situation nicht gerade auch am Anfang, nach Jesu Kreuzigung, auch zum Verzweifeln? Elf verängstige und eher feige Männer sollten das Reich Gottes in der ganzen Welt verkündigen. Sie hatten gerade noch ihren Herrn verraten. Unter dem Kreuz standen sie nicht. Aber Jesus forderte, dass sie die Welt auf den Kopf stellen. Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium. Ihre Situation war nicht optimistischer als die heutige Kirchensituation. Sie waren restlos überfordert und hatten auch Zweifel an Jesus. Thomas ist der Erzzweifler. Soziologen würden wohl sagen: Was Jesus fordert, ist Utopie, zum mindestens eine riesige Überforderung. Soziologen würden wohl sagen: Jesus ist ein Utopist. Er kann doch nicht verlangen, dass die relativ ungebildeten und auch feigen Galiläer die Welt auf ein neues Gleis setzen. Weise wussten: Die Welt ist schlecht und daran könnt ihr nicht viel ändern. Seid mal bescheiden. Macht euch nichts vor, die Wünsche Jesu sind Utopie. Zudem stritten die Theologen. Ihre Frage lautete: Sollen wir nun also nur zu den Juden gehen oder auch zu den Nichtjuden? Was hat Jesus denn gemeint? Also, vielleicht haben wir ein falsches Bild von der Sache Jesu Christi, wenn wir heute meist bedauern, dass es mit dem Christentum sehr schlecht aussieht. Die Sache Jesu Christi war immer in Krise, eine Überforderung. Sie überforderte den Menschen zu allen Zeiten. Das Problem kommt meines Erachtens vor allem daher, dass wir auf eine Zeit zurückblicken, in der es so aussah, als sei es selbstverständlich, dass ein ganzes Volk christlich ist oder gar die ganze weltliche Welt. Zwar waren noch vor hundert Jahren die meisten Europäer getauft, aber wie sah es wohl mit dem Glauben aus? Da kann man schon zweifeln. Es geht ja beim Glauben nicht nur um das Sprechen des Glaubensbekenntnisses, sondern darum, das eigene Leben in Jesus Christus zu verankern. Ich glaube, es gab im Lauf der Christentumsgeschichte immer Wellenbewegungen. Und wenn ich recht sehe, so gingen die positiven Wellen sehr oft von einzelnen großen geistlichen Persönlichkeiten aus. Für Europa kann man wohl aufzählen den heiligen Benedikt von Nursia mit seinen Klöstern, die geistliche Kultur schufen. Dann kam die franziskanische Armutsentdeckung des heiligen Franz von Assisi, dann kam die heilige Teresa von Avila mit ihrer Mystik und zuletzt die noch immer nicht heiliggesprochene Mary Ward und ihr Schulprogramm. Sie brachten Glaubens- und Kulturschübe. Also Kirche wuchs primär nicht von Strukturen her, sondern von Christen, die tief in Christus verwurzelt waren. Den großen Anfangsschub gab wohl nicht Petrus, sondern Paulus. Petrus war der Mann der Grundstruktur, die es auch braucht, aber den großen ersten Schub gab Paulus. Und zurück zum Evangelium. Durch die Begegnung der Apostel mit dem Auferstandenen wurden sie zu neuen Menschen. Das ist das entscheidende Anfangswunder. Sie hatten offenbar plötzlich keine Angst, das Unmögliche, was Jesus ihnen auftrug, anzupacken. Sie standen vor unendlich viel größeren Aufgaben als die Kirche heute. Vielleicht müssen wir alle Kinder werden, um vor dem Unmöglichen nicht zurückzuschrecken. Amen Lesung aus dem ersten Brief des heiligen Johannes, Kap.5, 1-6 Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott gezeugt und jeder, der den Vater liebt, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist. Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben: wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube. Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur im Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt; denn der Geist ist die Wahrheit.
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