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Liebe Freunde und Bekannte

Fest des Heiligsten Herzens Jesu

Jesus sagt: Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!

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Seele Christi – heilige mich

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Vor zwei Tagen hat die Kirche das Fest des heiligsten Herzens Jesu gefeiert. Da ich mich persönlich mit der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu nicht leichttue, leicht aber mit der Verehrung der Seele Christi, möchte ich Ihnen heute einiges über das Gebet „Seele Christi, heilige mich“ sagen.

Zunächst einiges zur Herkunft der beiden Frömmigkeitsformen. Die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu wird in der Präfation der Herz-Jesu-Messe erklärt. Hier heißt es: „Aus Jesu geöffneter Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.“ Schon im Mittelalter gab es eine ausgeprägte Herz-Jesu-Verehrung bei Anselm von CanterburyBernhard von ClairvauxAlbertus MagnusFranz von Assisi. Impulse zur Herz-Jesu-Verehrung kamen aus der deutschen Mystik und der Frauenmystik, wie unter anderem von  Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta  und Dominikanern  Heinrich Seuse, Albertus Magnus, Meister EckhartJohannes Tauler. Die weite Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung im Volk Gottes geht vor allem auf die Jesuiten zurück. Sie förderten diese Frömmigkeit, die auf die die Visionen der Heiligen Margareta Maria Alacoque zurückgeht. Soweit zur Entwicklung der Herz-Jesu-Verehrung und des Herz-Jesu-Festes. Papst Pius XI. förderte im letzten Jahrhundert wesentlich die Herz-Jesu-Verehrung, um die Welt in ihren Kriegen und Konflikten durch Sühne und Nächstenliebe zu befrieden. Er widersprach denjenigen, die sie für neu und überflüssig betrachteten.

Und nun zum Gebet „Seele Christi, heilige mich“. Sein Ursprung liegt wohl im 14. Jahrhundert. Aber vor allem der heilige Ignatius von Loyola hat das Gebet mehrfach in seinen Exerzitien empfohlen. Er stellt es schlicht neben das Pater Noster, Ave Maria, das Credo. Es spielt also für ihn eine große Rolle. Und mir persönlich hilft es sehr im Beten

Für die, die es nicht kennen, möchte ich es hier in voller Länge niederschreiben

Seele Christi, heilige mich

Leib Christi, erlöse mich

Blut Christi, tränke mich

Wasser der Seite Christi, wasche mich

Leiden Christi, stärke mich

O gütiger Jesus, erhöre mich,

Verbirg in Deine Wunden mich

Von Dir lass nimmer scheiden mich

Vor dem bösen Feinde beschütze mich

In meiner Todesstunde rufe mich

Und heiße zu Dir kommen mich

Damit ich möge loben Dich

Mit Deinen Heiligen ewiglich

Amen

Das Wort Seele – auf Latein Anima – ist weiblich. Ich kann die Seele Christi als meine Freundin ansprechen und ihr mein Leid klagen und sie um Hilfe bitten. Das Herz Christi kann ich verehren, aber ich persönlich kann dem Herzen Christi nicht so wie der Seele meine Wünsche sagen, mein Elend klagen. Vor dem Herzen Christi kann ich niederknien, kann und soll es anbeten. Das ist gut so. Aber es bleibt eben ein Symbol der Liebe Christi. Die Seele ist gleichsam Christus selbst, das Herz ist nur das Symbol seiner Liebe. Man kann auch beachten: Das Wort Herz ist auf Deutsch sächlich, man sagt „das Herz“, auf Französisch, Italienisch und Spanisch ist es männlich „le coeur“, „il cuore“, „il corazon“.

Ich möchte niemandem die Herz-Jesu-Verehrung erschweren. Keineswegs. Aber wer sich mit der Verehrung des Herzens Christi nicht leichttut, dem empfehle ich, das Gebet „Seele Christi – Anima Christi“ auswendig zu lernen und oft zu beten, zu Hause, auf der Straße, im Bett oder wo immer.

Evangelium vom Fest des Heiligsten Herzens Jesu

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Kap. 11,  25 - 30

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.  Ja, Vater, so hat es dir gefallen.  Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.  Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.  Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.  Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht

Aus dem ersten Johannesbrief Kap. 4, 7 - 16

Geliebte, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.  Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.  Darin besteht die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.  Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet.  Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben.  Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.  Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, schenke den Christen die Gabe, beten zu können, dich als ihren Herrn und Freund ansprechen zu können, dich auch anzubeten. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, schenke dem Volk der Christen wahre Herzensfrömmigkeit, dass es aus tiefstem Herzen und voll Vertrauen beten kann. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, gib den Mächtigen diese Erde ein Herz, das mitfühlen kann mit dem Leid des Volkes. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, befreie die vielen Völker, die an Hunger, Krankheiten und vieler Not leiden, von ihrem Leiden. Christus höre uns.

 

Eberhard von Gemmingen

 

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