Liebe Freunde und Bekannte 16. Sonntag im Jahreskreis 2026 Der Widersacher Gottes ![]() Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 13, 24 - 43 Jesus legte ihnen ein anderes Gleichnis vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune! - Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war. Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker! Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre! Predigt Wir müssen uns heute – ob es uns gefällt oder nicht – mit dem Teufel befassen. Denn ein zentrales Wort des heutigen Evangeliums lautet: Der Widersacher Gottes hat das Unkraut in den Weizen gesät. Für Jesus gibt es also den Widersacher Gottes. Wir nennen ihn Teufel oder Satan. Aus historischen Gründen haben wir modernen Menschen Schwierigkeiten mit dem Teufel. Er wurde zu oft in einer sehr altmodischen Weise dargestellt, an die wir heute nicht mehr glauben können. Und es wurden Christen zu viel Angst vor dem Teufel gemacht. In der Moderne haben wir Christus als den Erlöser von der Angst entdeckt und den Teufel verdrängt. Doch wenn wir Christus ernst nehmen wollen, müssen wir auch den Widersacher Gottes ernst nehmen. Jesus nimmt ihn ernst. Und wir alle können täglich sehen: Es ist viel Unkraut auf dem Acker der Welt. Wir müssen nur die Zeitung lesen. Und es ist viel Unkraut vielleicht auch in unseren Herzen. Manchmal denken wir vielleicht: Wie schön wäre es, wenn das Unkraut in meinem Herzen rausgerissen würde. Das Unkraut des Neides, des Geizes, der Eitelkeit, des falschen Stolzes. Und haben wir nicht gerade auch in der modernen Geschichte viele Gründe den Widersacher Gottes am Werk zu sehen? Wurde Hitler nur gewählt, weil er gut reden konnte, oder stand der Widersacher hinter Hitler? Sind viele auf ihn reingefallen, weil der Böse sie blind und dumm gemacht hatte? War vielleicht der Widersacher Gottes hinter der bösen Geschichte der vielen Kriege? Nicht dass die Menschen dadurch entschuldigt wären. Aber vielleicht hätten sie riechen können, dass der Widersacher Gottes dahintersteckt? Kam Mao Tse Tung nur wegen der Lehre von Karl Marx an die Macht oder war der Widersacher Gottes dahinter? Oder wird das 2. Vatikanisch Konzil falsch interpretiert, weil wir dumm sind, oder ist der Widerscher Gottes dahinter? Jesus sagt an anderer Stelle: Seid wachsam! Die Frage nach dem Widersacher Gottes hängt mit der Aufklärung zusammen. So wie wir durch die Evolutionslehre glaubten, den Schöpfer nicht mehr zu brauchen, weil eben alles aus kleinsten Keimen begonnen hat, so haben wir durch die Aufklärung auch gemeint, zu erkennen, dass die Bosheit der Menschen rein menschliche Gründe hat. Da aber nun die Aufklärung schon über hundert Jahre alt ist, könnten wir echt moderne Menschen uns auch von unserer pubertären Vorstellungen über die Evolution verabschieden und hinter die Kulissen schauen. Ist Jesus der, der uns hinter die Kulissen schauen lässt. Nicht nur die Historiker erklären die Geschichte, sondern vielleicht auch die Heiligen, die einen Riecher haben für den Widersacher. Brauchen wir einen neuen Riecher für den Widersacher? Ich sage es einmal ganz stark: Jesus wurde nicht nur gekreuzigt, weil eben damals das aufgewiegelte Volk zu Pilatus brüllte: Kreuzige ihn. Jesus wurde gekreuzigt, weil in der Weltgeschichte ein Kampf herrscht, ein Kampf zwischen Gott und seinem Widersacher. Gott nahm in Jesus Christus den Kampf mit dem Widersacher auf. Der Teufel wurde zwar am Kreuz grundlegend besiegt. Aber seine Anhänger sind noch am Werk. Wir können uns fragen: Warum ist eigentlich die Welt nicht nur ein göttliches Paradies, obwohl sie von Gott geschaffen ist? Warum ist sie ein Kampfplatz? Darüber werden wir letztlich erst aufgeklärt, wenn wir vor dem Thron Gottes stehen. Aber wer ein wenig nachdenkt und versucht, hinter die Kulissen zu schauen, wird erschrecken, welch ein Kampf im Herzen jedes Menschen und in der Geschichte ausgetragen wird. Ich glaube, wir können von Johann-Wolfgang von Goehte lernen. Denn sein Faust beginnt mit dem Auftritt des Teufels vor Gott. Und schauen wir in unsere Welt: Trotz der Überwindung der schlimmsten Formen der Armut in Europa und Nordamerika, trotz aller technischer Fortschritte, trotz wunderbarer Versicherungen gegen alle möglichen Formen der Not: Es herrschen Elend, Armut, Traurigkeit, Einsamkeit, Bosheit. Wir haben mit viel Fleiß und Bildung nach dem zweiten Weltkrieg viel Paradies geschaffen, aber kann man sagen, dass der Widersacher nicht auch durch Wissen und Wohlstand eingedrungen ist. Ist der Teufel nicht auch durch falsch Bildung eingedrungen, durch rein technisches, rationales Wissen. Haben wir die Nase für den Geruch des Bösen verloren? Und: Können Ausführungsbestimmungen der künstlichen Intelligenz nicht auch das neuste Kostüm des Widersachers Gottes sein? Hören wir Jesus lange, schweigend zu, schweigen wir lange bei ihm. Und versuchen wir, ein wenig mit den Mystikern zu leben. Sie haben den Kampf in ihrem Herzen und in ihrem Verstand mit dem Widersacher gekämpft und haben ihn bezwungen. Es waren auch nicht nur die großen Geister des Altertums und des Mittelalters. Es waren gerade auch weise Frauen wie Edith Stein. Oder kleine, aber sensible Geister wie die kleine heilige Theresia. Verschließen wir nicht die Augen vor dem Widersacher Gottes, der Unkraut sät in Bücher, in Fernsehsendungen, in social media, in PCs, in viel Technik. So wie Gott in allen Geheimnissen der Welt zu suchen und zu finden ist. So ist der Widersacher Gottes in unzähligen Phänomenen der Welt zu finden. Seien wir wachsam! Amen. Lesung aus dem Brief an die Römer, Kap. 8, 26-27 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. Fürbitten Herr Jesus Christus, wir bitten um Frieden in der Welt, vor allem in der Ukraine, im Nahen Osten, im Sudan und in Myanmar. Schenke den Verantwortlichen Deinen heiligen Geist. Christus höre uns Herr Jesus Christus, wir bitten um Weisheit für alle politisch Verantwortlichen, dass sie Leihmutterschaft weltweit verbieten, denn es ist Menschenhandel. Christus höre uns Herr Jesus Christus, wir bitten für die einsamen und kranken Menschen. Schenke ihnen gute Besuche und gute Anrufe. Christus höre uns Herr Jesus Christus, wir bitten für Kinder und Jugendliche. Schütze sie vor bösen Verführern. Christus höre uns
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