Liebe Freunde und Bekannte
5. Sonntag im Jahreskreis Matthäus 2026
Ihr seid das Licht der Welt

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Kap. 5, 13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Predigt
Wenn wir die Worte Jesu ernst nehmen wollen und ein wenig über sie nachdenken, müssen wir uns gleich fragen: Was meint Jesus eigentlich damit, wenn er seine Jünger Salz der Erde und Licht der Welt nennt. Vielleicht spricht er damit auch nicht nur die zwölf Apostel an, sondern alle, die ihm hier lauschen. Die paar Zeilen schließen sich nämlich direkt an die Seligpreisungen an. Und diese bezogen sich wohl nicht nur an die Apostel, sondern an alle, die ihm auf dem Berg hier zuhören. Und Jesus kennt ja sowohl die Apostel, die keineswegs Heilige sind. Und ebenso wenig ist die Menge, die ihm lauscht, heilig. Kann man es nur so verstehen: sie sollen jetzt oder jedenfalls in Zukunft Salz der Erde und Licht der Welt sein? Wir wollen Jesu Worte ehrlich verstehen und nicht uminterpretieren. Vielleicht ist es ein wenig kühn, wenn ich es so interpretiere: Durch ihr Gehen mit Jesus und ihr Zusammensein mit Jesus sind sie schon Salz der Erde und Licht der Welt. Sie sind es nicht aus ihrer Moral oder Denkweise, sondern eben durch das Zusammensein mit ihm. Sind sie salzig geworden durch das Zusammensein mit Jesus und leuchtend geworden durch sein Gehen mit ihm?
Ich erlaube mir einen Sprung. Gibt es nicht immer wieder Menschen, von denen eine gewisse positive Strahlung ausgeht? Gibt es nicht Christen, von denen die Strahlung Jesu ausgeht? Gibt es nicht in allen Schichten, nicht nur bei Gebildeten und Reichen, sondern gerade auch bei weniger Gebildeten und Armen Menschen, die durch ihr Dasein ihre Umgebung positiv beeinflussen. Es ist wie ein Strahlen, das man nicht sieht. Man kann es aber spüren, wenn man ein wenig fühlsam ist. Und ich erlaube mir einen Sprung in die heutigen Kirchendiskussionen, in die Diskussion über die Rolle von Geweihten und nicht Geweihten, von sogenannten Laien und Priestern. Geht nicht von mancher gläubigen Frau manchmal mehr Glaubensstrahlung aus als von einem geweihten Priester. Hat nicht manchmal das berühmte alte Mütterchen größere Strahlung und größeren Einfluss als ein Pfarrer oder Bischof. So richtig es ist, über die Strukturen der Kirche gründlich nachzudenken, auch über die Priesterweihe von Frauen. Aber man darf sich nichts vormachen. Die rechtlichen Strukturen sind letztlich sekundär. Glaube lebt von Vorbildern, von Menschen, die nicht nur sprechen, sondern den Glauben leben. Wichtig und missionarisch ist die Strahlung, die von einem Gläubigen ausgeht. Und haben wir nicht schon solche Menschen erlebt? Fragen wir uns das einfach mal im Stillen. Kirche lebt von solchen ausstrahlenden Menschen – ob sie nun am Altar stehen oder nicht.
Und ich habe mich in diesen Tagen besonders mit Märtyrern beschäftigt. Geht nicht von solchen Menschen, die lieber starben als sich von Jesus abzuwenden, unglaubliche Strahlung aus. Freilich müssen wir sie dann auch ein wenig näher kennen lernen und wir müssen schweigen und nachdenken. Es ist nicht nur ihr Beispiel, sondern eben Strahlung. Und abschließend möchte ich auf die Strahlung sprechen, die bis heute über 80 Jahr nach ihrem Tod von den beiden großen Jesuiten in München ausgeht: Dem Seelsorger und Beter Pater Rupert Mayer, an dessen Grab viele zum Beten kommen. Und dem Denker und mutigen Märtyrer Alfred Delp. Er hat es abgelehnt, aus dem Orden auszutreten, um so sein Leben zu retten. Wer seine Schriften liest, von ihm bestrahlt. Diese beiden und viele andere sind und waren Lichter der Welt und Salz der Erde.
Aus dem Propheten Jesaia, Kap. 58, 7 - 10
So spricht der Herr, brich dem Hungrigen Dein Brot, nimm obdachlose Arme ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deiner Verwandtschaft. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.
Fürbitten
Herr Jesus Christus, gib allen, die auf Deinen Namen getauft sind, die Gnade, Dein Licht durch ihr Leben in die Welt leuchten zu lassen. Christus höre uns
Herr Jesus Christus, nimm den Christen den weit verbreiteten Pessimismus. Schenke ihnen Zuversicht und Hoffnung für das Wachstum des Reiches Gottes. Christus höre uns
Herr Jesus Christus, schenke den Christen, verfolgt werden Deinen heiligen Geist, damit sie Zeugnis von Dir und Deiner Liebe geben können. Christus höre uns
Herr Jesus Christus, gib allen, die in der Kirche Verantwortung trage Dein Licht, damit sie durch ihr Leben und ihr Tun Deinem Reich dienen. Christus höre uns
Eberhard von Gemmingen |
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