.    Die Bürger red! Aktion  Home of Leserbrief

SymbolBenutzer SymbolAdressenschw SymbolA Zschw SymbolA Zschw SymbolSuchen SymbolMenue

Für den Erhalt der demokratischen Vielfalt: Ihr Leserbrief. ↓Hier↓
Dauerhaft. Nicht gekürzt. Unzensiert. Kostenlos.

 

NEU:  Die beliebtesten:
Schlagwörter Leserbriefe

Liebe Freunde und Gefährten

2. Fastensonntag 2026

Die Verklärung Jesu Christi auf dem Berg

image001-1.jpg

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus, Kap. 17,  1-9

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes zu sich und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.  Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus.  Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.  Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr.  Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht!  Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist.

Predigt

Bevor wir über das Geheimnis der Verklärung Christi nachdenken, ist es angezeigt, ein wenig darüber zu erklären, was Evangelien überhaupt sind. Evangelien sind nämlich nicht einfach Berichte über historische Tatsachen. Evangelien sind Botschaften, Botschaften, die bewegen, motivieren, zum Glauben führen sollen.  Die Evangelisten, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes berichten nicht einfach den ersten Christengemeinden, was vor 60, 70 oder 80 Jahren geschehen ist. Nein, sie verkünden die Botschaft von den Worten und Taten Jesu Christi. Sie sprechen von Widerfahrnissen der Jünger, die bei Jesus waren. Nur wenn wir dies immer wieder vor Augen haben, verstehen wir die Abschnitte des Evangeliums richtig. Das gilt in besonderer Weise auch von dem heutigen Text von der Verklärung Christi auf dem Berg.

Hier heißt es, Jesus sei auf einem Berg den Augen der Jünger verklärt worden. So bei Matthäus. Bei Markus heißt es: er wurde vor ihren Augen verwandelt, und bei Lukas heißt es, es habe sich sein Aussehen verändert. Schon diese Unterschiede in den Worten zeigt, dass etwas geschah, was mit den gebräuchlichen Worten nicht wiederzugeben ist. Man könnte vielleicht modern sagen: ihnen gingen die Augen auf über den wirklichen, den hintergündigen, den inneren Jesus. Und dann sahen sie bei Jesus und mit Jesus im Gespräch zwei große Persönlichkeiten des Alten Testamentes: Moses und Elias. Dabei mag ihnen klar geworden sein, dass ihr Meister aus Nazareth nicht nur ein wunderbarer Wunderheiler und Redner ist, sondern ein Mann, den Jahwe geschickt hatte zu seinem Volk. Er war so geschickt wie Moses und Elias. Er hat Heilsbedeutung für sein Volk. Und dann hörten sie schließlich sogar die Stimme aus einer Wolke: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe. Gottes Stimme erklingt im Alten Testament immer wieder aus einer Wolke. Die Wolke ist Symbol Gottes. Gott ist für menschliche Augen nicht zu sehen, er verbirgt sich in einer Wolke. Für die drei Apostel ist es ein ungeheures Geschehen. Petrus ist ganz anders als der Mystiker Johannes. Er reagiert vielleicht ein bisschen wie die Menschen, die heute da Kirchenleben gleich ganz praktisch in die Hand nehmen wollen und schlägt vor, drei Zelte zu bauen für Jesus, Moses und Elias. Doch davon kann keine Rede sein. Es geht nicht ums Tun, sondern darum, Jesus kennen zu lernen. Und beim Abstieg vom Berg sagt Jesus den drei Jüngern, sie sollten den Anderen nichts von diesem Ereignis erzählen. Das mag uns eigenartig vorkommen. Erinnern muss man aber auch noch daran, dass Jesus genau diese drei Jünger am Abend vor seinem Leiden mit in den Ölgarten nimmt. Sie sollen in seiner Nähe sein und er sucht Trost bei ihnen. Doch sie schlafen. Auch Apostel können schlafen, auch Bischöfe können schlafen. Aber Jesus würde seine Anhänger auch tadeln, wenn sie über schlafende Bischöfe herfallen würden. Er würde eher sagen: Schlaft selber nicht. Schlaft nicht, sondern betet für die Apostel. Amen

Lesung aus dem Buch Genesis, Kap. 12, 1-4

Der HERR sprach zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.  Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.  Da ging Abram, wie der HERR ihm gesagt hatte.

**************

image002.jpg

Seit wenigen Tagen hat die katholische Kirche in Deutschland einen neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, er heißt Heiner Wilmer. Auf die Frage eines Journalisten, worin er seine Hauptaufgabe sehe, sagte Wilmer: Gott ins Zentrum zu stellen. Diese Aussage kann die Frage aufwerfen: Stand Gott bisher nicht im Zentrum? Ich denke: Bischöfe und engagierte Katholiken haben sehr viel vom synodalen Weg und von Reformen gesprochen. Aber vielleicht wurde immer stillschweigend vorausgesetzt, dass so auch von Gott die Rede sei.  Kann man das so sagen?

Und damit möchte ich nochmals zurückkehren zum Evangelium vom vorigen Sonntag über die Versuchungen Jesu. Wenn in Jesus der teuflische Gedanke aufsteigt, er könne den Menschen gewinnen indem er ihnen Brot gibt, lässt er Gott aus dem Spiel. Der Teufel versucht Jesus, Gott links liegen zu lassen und nur menschliche Rationalität gelten zu lassen. In der zweiten Versuchung versucht es der Teufel mit der Show: Ein Sprung von der Zinne des Tempels mit der Begründung aus der Bibel, Gott werde seine Flügel ausbreiten, damit nichts passiert. Und in der dritten Versuchung geht es um Macht. Der Teufel spielt Jesus vor: Wenn Du weltliche Macht hast, werden Dir die Menchen nachlaufen.

In allen drei Versuchungen geht es darum, die Dinge des Glaubens mit menschlicher Rationalität zu regeln und Gott aus dem Spiel zu lassen. In der heutigen Kirchensituation sind wir immer wieder in Versuchung, die Sache Jesu Christi gleichsam selbst und organisatorisch in die Hand zu nehmen. Ich spreche nicht davon, dass wir das wirklich tun, aber das ist die Versuchung der Moderne. Seitdem Gott in die Ferne gerückt zu sein scheint, ist der Mensch in Versuchung, Gott aus dem Spiel zu lassen und auf die eigene Rationalität zu setzten. Synodalität bedeutet aber gerade gemeinsames Suchen nach Gott, durch Denken und Hören nach dem Weg Gottes zu fragen. Es muss immer um die Frage gehen: Was will Gott der Gemeinschaft sagen. Wenn es nur um rationale Überlegungen geht, dann ist der Teufel im Spiel.

Ich möchte es noch konkret sagen: Wir sollten uns die Worte konservativ und progressiv vermeiden, sie uns nicht aufzwingen lassen von Sprachregelungen, die mit Glauben und Kirche nicht zu tun haben. Wir wissen ja nicht zu hundert Prozent, welche Pläne wirklich voranführen. Sie werden uns vielleicht vom Ungeist eingeflüstert. Auch wenn wir Erkenntnisse der Anthropologie und die Frage nach dem Frauenpriestertum erst nehmen müssen, so ist damit noch nicht gesagt, dass sie wirklich dem Wachstum des Glaubens dienen. Vielleicht sind Gebetshäuser progressiv. Ohne den Geist dessen, der sein Leben hingegeben hat, wächst Reich Gottes nicht. Jesus hat nicht durch Planung gesiegt, sondern durch seinen Tod aus Liebe.

Eberhard von Gemmingen

Falls Sie noch ein Geschenk suchen, so käme vielleicht so etwas in Frage. Bitte aber nicht bei mir bestellen, sondern im Buchhandel.

    


Eberhard von Gemmingen


Teilen, Hinweis der Redaktion, Kommentieren und Bewerten in den sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:
  • Hinweis der Redaktion: Dies ist ein ungekürzter, unzensierter Originalleserbrief. Die Bürgerredaktion ist neutral. Verantwortlich für den Inhalt (auch der Kommentare) ist ausschließlich der Autor. Gedruckter Text ist farbig. Bewerten am Ende des Beitrags. INFO zum Autor, auch alle seine weiteren Artikel: klicken Sie bitte oben bei den Schlagwörtern den Namen des Autors. Wenn der Artikel nicht vollständig angezeigt wird (...), klicken Sie bitte auf den Titel.

Keine Kommentare


Zeitungsportal der Leserbriefe druckenden Zeitungen

Um zu sehen ob und wo Ihr Leserbrief gedruckt wurde, nutzen Sie Genios.de. Suchen Sie dort nach Ihrem Namen in Anführungszeichen z.B.: "Maxi Musterfrau". Das Portal zeigt Ihnen dann ob, wo und wann Artikel von Ihnen gedruckt wurden.

Unten die 118 Logos von allen Zeitungen, die Leserbriefe der
Bürgerredaktion.de
gedruckt haben. Aktuellste Informationen aus diesen großen deutschsprachigen Zeitungen? Direkt mit einem Klick zum Internetauftritt der Zeitungen? Sofort und ohne Umwege einen Leserbrief an diese Zeitungen schreiben? Klicken Sie drauf! Sie können dann auch sehen, ob und welchen Leserbrief die jeweilige Zeitung von den Artikeln der Autoren der Bürgerredaktion.de gedruckt hat und wie viel davon.

Adressenliste. E-Mail Adressen von 120 Zeitungen die Leserbriefe drucken.

Bitte beachten Sie, dass Artikel, die älter als vier Jahre sind, nur angemeldeten Besuchern angezeigt werden.


Alle gedruckten Artikel in der Badischen Zeitung. zur Homepage der Badischen Zeitung. Alle gedruckten Artikel im Kurier. zur Homepage des Kurier  

Datenschutz || Impressum || Kontakt

Idee, Design, Programm, Administration und Copyright  ©2026 by Michael Maresch