.    Die Bürger red! Aktion  Home of Leserbrief

SymbolBenutzer SymbolAdressenschw SymbolA Zschw SymbolA Zschw SymbolSuchen SymbolMenue

  Wir begrüßen unseren neuen Autor: 
Hans-Peter Haan

NEU:  Die beliebtesten:
Schlagwörter Leserbriefe

Liebe Freunde und Bekannte

4. Fastensonntag 2026

Heilung des Blindgeborenen

image001-1.jpg

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, Kap. 9, 1 – 41

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?  Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.  Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann.  Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.  Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.  Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?  Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.  Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?  Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen.  Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht.  Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.  Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.  Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich.  Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.  Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet.  Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des von der Blindheit Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sieht?  Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.  Wie es kommt, dass er jetzt sieht, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen!  Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Christus bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.  Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst!  Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.  Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe.  Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?  Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?  Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Moses.  Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.  Der Mensch antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.  Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er.  Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.  Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.  Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.  Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?  Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube?  Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es.  Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.  Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden.  Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?  Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde. 

Predigt

Es ist nicht immer ganz einfach, Jesus zu verstehen. Manchmal ist es richtig schwer. Manchmal muss rund um ihn herumraten. Vielleicht darf man sogar Mitleid haben mit den Menschen, die sich mit Jesus schwertaten. Heute sind es vor allem die Pharisäer, die nicht mit Jesus zurechtkamen. Aber ich glaube, es wäre voreilig, wenn wir die Pharisäer schnell verurteilen würden, weil sie mit Jesus nicht zurechtkamen.

Vor wenigen Tagen haben wir im Evangelium gehört, dass Jesus zu seinen Zuhörern sagt: Ich bin nicht gekommen, Gesetz und Propheten aufzulösen, sondern sie zu erfüllen. Sie sollen auf Moses und die Propheten hören. Und im heutigen Evangelium berufen sich die Pharisäer auf Moses, wenn sie Jesus kritisieren, weil er am Sabbat heilt. Moses kennen sie. Aber sie fragen sich: Wer ist denn dieser Jesus, der sich solche Autorität anmaßt, den kennen wir nicht.

Ich glaube, wir kommen einer Antwort über diesen Konflikt näher, wenn wir uns ganz grundsätzlich zwei Pole vor Augen halten: Einerseits braucht der Mensch ganz allgemein Normen, braucht eine Autorität, die Weisung gibt. Der Mensch kann nicht am Nullpunkt anfangen, er kann nicht aus dem Nichts leben. Er braucht weise Vorgänger und Vorgaben, an die er sich halten kann und muss. Andererseits aber muss jeder Mensch auch offen sein für Neues. Er muss auch mit Überraschungen rechnen dürfen. Wenn er gleichsam gefangen ist in Vorgaben, kann vor allem Gott nicht zu ihm sprechen. Es gibt immer mal wieder eine Stimme aus der Wolke.

Und nun zurück zu dem Blindgebornen, den Jesus geheilt hat. Hier ist eben so eine Überraschung, die die Pharisäer durcheinanderbringt. Sie sind der Überzeugung: Am Sabbat darf nicht gearbeitet werden. Auf Moses geht die Norm zurück: Haltet den Tag des Herrn heilig. Vor allem steht dahinter: Der Mensch ist nicht für die Arbeit geboren, sondern für Gott, der selbst am siebten Tag geruht hat. Daher kann Jesus sich nicht auf den Auftrag Gottes berufen. Und für die Pharisäer tritt die Frage auf: Wer ist überhaupt dieser Jesus vom Land? Wir sind verantwortlich für die Ordnung Gottes und müssen einschreiten. Was ihnen allerdings zu fehlen scheint, ist die Offenheit, dass Gott auch heute, auch im Hier und Jetzt noch handeln könnte. Das Warten auf einen Messias ist die Offenheit des Volkes Israel. Wenn Israel nicht mehr auf einen Messias wartet, verliert es seine Identität.

Und erlauben Sie mir nun hier einen Sprung in die Glaubens- und Kirchengeschichte. Ich habe gerade noch einmal das Buch „Das Lied der Bernadette“ von Franz Werfel gelesen. Hier wird von einem ungewöhnlichen Ereignis berichtet, die Erscheinung einer Dame. So sagt Bernadette immer wieder. Diese stellt sich nach langer Zeit als die unbefleckte Empfängnis vor, also als die Gottesmutter. Dies alles hat nichts mit dem normalen Kirchenleben, mit Eucharistiefeier und Sakramenten-Empfang zu tun. Und nach dem Wunder von Lourdes gab es auch das Wunder von Fatima und manche andere Wundererscheinungen. Offenbar gibt es neben dem Kirchenleben in den Sakramenten, dem sonntäglichen Gottesdienst, den Sakramenten Eucharistie und Buße auch noch andere Wege Gottes – oder des Heiligen Geistes, in denen Gott sein Heil vermittelt. Die Ordnungshüter der Kirche, die Amtsträger und die Theologen müssen einerseits die Normen der Kirche und des Glaubens hüten. Andererseits müssen sie offen sein für Überraschungen Gottes, die nicht vorgesehen sind in Bibel und Katechismus.

Und ich erlaube mir noch einen Sprung. Jahrhunderte lang stammten die Päpste aus Italien. Und das war auch naheliegend. Sie waren schließlich die Bischöfe von Rom. Und dann kamen die Überraschungen aus Polen, aus Deutschland, aus Argentinien und nun aus den USA. Man könnte einwenden: Die Bischöfe von Rom müssen doch Italiener sein, schließlich sind sie für die Seelsorge in Rom zuständig. Und daneben müssen sie im Notfall für die Einheit der Weltkirche sorgen. Aber das ist nur eine Nebenaufgabe.

Ja – Gott überrascht. Für uns gilt: Es gibt Normen, die zehn Gebote, die Bergpredigt. Aber wir müssen und dürfen auch offen sein für ganz andere Anrufe. Gott hat uns überrascht nicht nur durch die Heilung des Blinden, sondern in unseren Jahren auch etwa durch Mutter Theresa, durch Pater Maximilian Kolbe, durch Edith Stein, durch Rupert Mayer. Man kann nur sagen: Augen auf. Wann und wo kommt die nächste Überraschung? Amen

Aus dem Brief an die Epheser, Kap. 5, Vers 8 bis 14

Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor. Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, deckt sie vielmehr auf!  Denn von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden, ist schändlich.  Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet.  Denn alles Erleuchtete ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer,  und steh auf von den Toten und Christus wird dein Licht sein.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, schenke allen Christen die Gnade des Glaubens, dass Gott sie überraschen kann. Christus höre uns.

Herr Jesus Christus, schenk den Menschen im Nahen und Mittleren Osten den Frieden. Gib den Politikern Weisheit und Einsicht. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, besuche Du alle Menschen, die sich jetzt einsam und verlassen fühlen. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, schenke den Kindern und Jugendlichen Erwachsene, die ihnen helfen, gut ins Leben hineinzuwachsen. Christus höre uns.

Eberhard von Gemmingen

Falls Sie noch ein Geschenk suchen, so käme vielleicht so etwas in Frage. Bitte aber nicht bei mir bestellen, sondern im Buchhandel.

    


Eberhard von Gemmingen


Teilen, Hinweis der Redaktion, Kommentieren und Bewerten in den sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:
  • Hinweis der Redaktion: Dies ist ein ungekürzter, unzensierter Originalleserbrief. Die Bürgerredaktion ist neutral. Verantwortlich für den Inhalt (auch der Kommentare) ist ausschließlich der Autor. Gedruckter Text ist farbig. Bewerten am Ende des Beitrags. INFO zum Autor, auch alle seine weiteren Artikel: klicken Sie bitte oben bei den Schlagwörtern den Namen des Autors. Wenn der Artikel nicht vollständig angezeigt wird (...), klicken Sie bitte auf den Titel. Ende des Hinweises.

Keine Kommentare


Zeitungsportal der Leserbriefe druckenden Zeitungen

Um zu sehen ob und wo Ihr Leserbrief gedruckt wurde, nutzen Sie Genios.de. Suchen Sie dort nach Ihrem Namen in Anführungszeichen z.B.: "Maxi Musterfrau". Das Portal zeigt Ihnen dann ob, wo und wann Artikel von Ihnen gedruckt wurden.

Unten die 118 Logos von allen Zeitungen, die Leserbriefe der
Bürgerredaktion.de
gedruckt haben. Aktuellste Informationen aus diesen großen deutschsprachigen Zeitungen? Direkt mit einem Klick zum Internetauftritt der Zeitungen? Sofort und ohne Umwege einen Leserbrief an diese Zeitungen schreiben? Klicken Sie drauf! Sie können dann auch sehen, ob und welchen Leserbrief die jeweilige Zeitung von den Artikeln der Autoren der Bürgerredaktion.de gedruckt hat und wie viel davon.

Adressenliste. E-Mail Adressen von 120 Zeitungen die Leserbriefe drucken.

Bitte beachten Sie, dass Artikel, die älter als vier Jahre sind, nur angemeldeten Besuchern angezeigt werden.


Alle gedruckten Artikel in der Badischen Zeitung. zur Homepage der Badischen Zeitung. Alle gedruckten Artikel im Kurier. zur Homepage des Kurier  

Datenschutz || Impressum || Kontakt

Idee, Design, Programm, Administration und Copyright  ©2026 by Michael Maresch