FAZ vom  28.06.2024 wie Bild

Die Sicherung von gefährdeten Arbeitsplätzen ist zweifellos politische Pflicht zumindest derjenigen Parteien, die sich sozialen Grundsätzen verpflichtet fühlen. Kritisch wird die Erfüllung dieser Plficht aber dann, wenn das zu unterstützende oder gar zu rettende Unternehmen Produkte herstellt, die anderswo auf dieser Welt Probleme bereiten. Im konkreten Fall der Meyer-Werft sind das die dort technisch zwar perfekt hergestellten Monster-Kreuzfahrtschiffe, gegen die z. B. in bekannten Mittelmeer-Häfen wie Barcelona, Palma de Mallorca, Dubrovnik, oder jüngst auch auf der eigentlich beschaulichen griechischen Insel Santorini, die Einwohner auf die Straße gehen, weil sie der - vor Ort übrigens dank all inclusive an Bord nur wenig konsumierenden - Besuchermassen zunehmend überdrüssig werden. Wenn also Hilfen gewährt werden, dann sollten sie Vorgaben enthalten, die zumindest mittelfristig zur Abkehr vom Bau dieser Monster-Kreuzer zugunsten von weiterhin erträglichen Schiffsgrößen führen.

Walter Krombach


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Ein Kommentar

  • Hallo Hr. Krombach, die tägliche Erfahrung lehrt uns, dass jede Münze zwei Seiten hat, ohne dass diese den Wert der Münze beeinträchtigen oder erhöhen. Auch jede Entscheidung (privat, politisch, wirtschaftlich, usw.) hat zwei "Seiten", man muss daher die Folgen der Entscheidungen abwägen. Die Belastung der Umwelt ist eine sehr große Herausforderung. Selbst wenn Deutschland sich bzgl. der Umwelt drastisch einschränkt, andere Länder jedoch nicht mitziehen, fällt unser Engagement kaum ins Gewicht. Sie sprechen die Unterstützung der Meyer-Werft durch die Bundesregierung an. Ich halte staatliche Unterstützung grundsätzlich für falsch, vor allem dann, wenn Unternehmen durch Fehlentscheidungen vor dem wirtschaftlichen Aus stehen. Ohne staatliche Hilfe würden in der strukturschwachen Umgebung von Papenburg jedoch viele Arbeitsplätze verloren gehen. Der Bund würde über die Sozialversicherung zur Kasse gebeten, vielleicht ist im konkreten Fall die staatliche Unterstützung die bessere der beiden Seiten. Jedes Unternehmen, auch die Meyer-Werft, muss in der Lage sein, den (Welt-)Markt zu bedienen. Mit Ladenhütern ist kein Geld zu verdienen. Wir sollten wir mal den Bundeswirtschaftsminister fragen, der bekanntlich sehr viel Ahnung von Wirtschaft hat. 😀