Was haben „wir, die wir unsere Heimat lieben“, für ein Glück… Retterin der Meinungsfreiheit, Sprachrohr der „Mehrheit“, Vertreterin des gesunden „Hausverstandes“ …und Frau Gruber als Einzige, die es selbstlos auf sich nimmt, auszusprechen, was sonst ja niemand tut und sich dafür sogar unbeliebt macht, sich mit ihrem schicken Bademantel auf das Schlimmste vorbereitet und selbst in ihrer Opferrolle noch gut aussieht. Das nenne ich doch mal eine Heldentat für das „indigene“, hart arbeitende deutsche Volk!
Allerdings macht mich stutzig, wenn eine Heldin für sich allein beansprucht, die Wahrheit zu kennen, für sich einen Wertehorizont proklamiert, der schon immer an der richtigen Stelle war und deren Ansicht nach, sich nur die anderen verschoben haben.
Hellhörig werde ich auch, wenn jemand mit lauter, derber Stimme, undifferenziert Pauschalaussagen trifft und Themen, die beileibe nicht einfach zu diskutieren sind, gegeneinander ausspielt, und gar nicht in Erwägung zieht, dass die „woke Zeitgeistnutte“ vormittags gegen das eine demonstriert und nachmittags gegen das andere aufschreit. Es ist unfair, all denen, „die in unser Land kommen und Schutz suchen“ per se zu unterstellen, sie seien Schmarotzer und wollen lediglich von Freiheit und Wohlstand profitieren. „Die da“ können keine Gegendarstellung liefern oder ihre Geschichte erzählen.
Als Kabarettistin müsste sie wissen, wie gefährlich eine polemische Entweder-Oder-Rhetorik und wessen Sprachrohr sie ist, wenn sie, wie mit einem Mistkübel, Beschimpfungen, Vorwürfe und Pauschalisierungen auskippt und denen nach dem Mund redet, die immer die Lösung und die Schuldigen genau kennen und wissen, wo´s lang geht.
Eine differenzierte Darstellung, auch kritisch, gerne satirisch frech, humorvoll überzeichnet, würde einen Wertehorizont voraussetzen, der in alle Richtungen offenbleibt und einen Diskurs und ein Nachdenken ermöglicht. Das würde aber von der Heimatbewahrerin, Umweltschützerin und Friedensaktivistin eine Weltanschauung erfordern, die mehr sieht als nur Schwarz und Blau, äh…Weiß, Gut und Böse, Wir und Die, sondern faktenbasiert und „christlich“ respektvoll Zwischentöne hörbar macht, und nicht nur schenkelklopfend ihre eigene Wahrheit hinausplärrt. Aber so ein fein ausbalancierter Blick passt der Alltags-Pragmatistin natürlich nur schwer in den Kram.
Uns schreibt niemand vor, wie und was wir zu essen, zu heizen und wie wir uns fortzubewegen haben und trotzdem ist ein Umdenken klug, wenn wir mit unserem unstillbaren Hunger und dem großen Fressen nicht uns selbst zerstören wollen. Angst macht mir nicht ein „übergriffiger Staat“, sondern Wahlprogramme, die alles „woke“ (= Alles, was nicht ins eigene Weltbild passt?!) ausgrenzen, mit den dazugehörigen Menschen dahinter und als Alternative klare Rollen- und Lebensvorstellungen gleich mitliefern und festlegen, wer es wert ist, mit dabei zu sein und wer nicht.
„Religiöse Gepflogenheiten“ braucht niemand, unter deren Deckmäntelchen „mittelalterliche Rollenbilder“ und männliche Machtstrukturen festzementiert sind und eine Doppelmoral gepflegt wird. Dazu braucht es keine Unterwanderung anderer Kulturen/Religionen, das schafft eine „abendländisch“ geprägte Gesellschaft ganz allein. Und natürlich ist respektloses Verhalten patriarchal geprägter Menschen, egal in welchen Gruppierungen, hier wie dort nicht hinnehmbar…!
Aber da haben wir ja, „die wir unser Heimatland lieben“, in Bayern viel Erfahrung damit…
Bettina Bärthlein











































































































