HNA zur Kritik der Inszenierung der Deutsche(n) Symphonie von Hanns Eisler HNA v. 1.6.2026
Diese Kunst verändert die Welt nicht
Nach der wohlwollenden Kritik der genannten Aufführung von Bettina Fraschke habe ich die Vorstellung selbst besucht. Dabei habe ich mich gelangweilt wie noch nie zuvor im Kasseler Staatstheater. Was sollte dieses Stück wohl vermitteln? Was hatte ich übersehen? Also nahm ich im Anschluss die Kritik wieder zur Hand. Da stand: „Die Botschaft (bleibt) zu unübersichtlich und oberflächlich.“ Welche Botschaft? Dass „Kunst die Welt verändern“ kann? Ich hatte allenthalben Klamauk gesehen. Fazit: wer in der Schulzeit zu oft das NS-Thema über sich ergehen lassen musste, kann gut auf die Vorstellung verzichten. Wer wie ich häufig Gedenkstätten von Auschwitz bis Sobibor mit Schüler- wie Lehrergruppen besucht hat, erfährt an diesem Abend auch nichts Neues. Im Gegenteil: im Pappfernseher gezeigte Filmbilder von der baggermäßigen Beseitigung der zu Tode gequälten Menschen (vermutlich aus den US-amerikanischen Filmaufnahmen nach der Befreiung der Lager) verharmlosen das Verbrechen und bewirken das Gegenteil, denn man gewöhnt sich an solche Bilder. Der Widerstand wird zu einem Rotlicht-Ereignis, das nichts aussagt und eher in die Irre führt. Die Vorstellung entpuppte sich geradezu als Schlafmittel (und das nicht nur bei mir!). Auch die Musik konnte dem nicht entgegenwirken, obwohl sie bravourös vorgetragen (Chor und Solisten) und gespielt wurde (Orchester). Schade um den Aufwand! Diese Kunst lullt die Welt ein.
Ingrid Gnau











































































































