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In dem Artikel "Sprachtest für alle Kinder" formuliert BFM Prien das Bildungsziel, Kindern unabhängig vom Bildungsstand der Eltern gleiche Lebenschancen in Kindertagesstätten zu verschaffen. Dadurch sollen sich die Talente und Fähigkeiten der Kinder entfalten können. Als Mittel will die CDU - Ministerin, die ihre fachliche Kompetenz als Rechtsanwältin und Wirtschaftsmoderatorin mitbringt mit verbindlichen Qualitätsstandards durch Prüfungen in Sprachkenntnissen, mathematische Fähigkeiten, Bewegung und emotionale Entwicklung vorschreiben. So soll Entwicklung messbar und vergleichbar werden. 
Entwicklung soll über diagnostische Verfahren, Vergleichbarkeit, Wirkungskontrollen und Standardisierung gemanagt werden.
Die Kinder werden bereits ab 4 Jahren einer wirtschaftsorientierten Verwertungslogistik, getarnt als Bildungschance, ausgesetzt. 
Diese Verfahren sind bekannt aus der Industrie und Verwaltungsmodernisierung mit Berichtspflichten und Systemmonitoring.
Dadurch werden Kinder zu Objekten degradiert.
Meine Erfahrung aus 40-jähriger Praxis, Lehre und Beratung in diesem Bereich sagt, dass die Grundlage von Erziehung und Bildung eine sichere und stabile Bindung des genügenden qualifizierten Fachpersonals zu den Kindern ist.  Dies erfordert  "gehaltene Räume" und eine integrierte Infrastruktur. In diesen Beziehungsräumen entwickeln sich Ich - Sozial und Sachkompetenz, die zusammengefasst als Handlungskompetenz bezeichnet wird. Daraus entsteht als Prozess bei den Kindern und den Erwachsenen eine intrinsische Entwicklung in bezogener Autonomie - Initiativ Sein dürfen - Fähigkeiten entwickeln, als Grundlage für das Leben. 
Diesen wesentlichen Teil unterschlägt die Bildungsministerin trotz eindeutiger Fachliteratur und Stellungnahmen von Fachverbänden und Wissenschaftler die seit Jahrzehnten Forschungsergebnisse publizieren, um nur einige zu nennen, wie Theresa Lechner, Michael Winkler, Malte Ebner von Eschenbach Anedore Prengel usw.  Alle erforschen und bestätigen wechselseitige Beziehungen als Grundlage einer stabilen Identitätsentwicklung in unterschiedlichen Lebenswelten.  
Nichts davon ist in dem Entwurf erwähnt. Das würde bedeuten, dass Kinder es Wert währen mit ausreichend qualifiziertem Fachpersonal in Subjekt - Haltung in diesem Bereich begleitet zu werden. Dafür sind wesentlich kleinere Gruppen, in denen verlässliche Beziehungen und eine geeignete integrative Infrastruktur geschaffen wird notwendig.  Das Geld fließt stattdessen in Bürokratie und in die von der Ministerin vergebener Objekt Brille. Daraus resultiert ein weiterer Abbau demokratischer Teilhabe der Kinder an ihrer Zukunft.

Anton Heim

 


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