Braunschweiger Zeitung vom 19.08.2015, Leserbriefseite, Titel: "Zwei Kanzler-Amtszeiten sind genug!"
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Die Medien haben berichtet, dass der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang C l e m e n t sich für eine Begrenzung der Kanzlerschaft auf zwei Amtszeiten ausgesprochen hat. Die Vereinigten Staaten von Amerika gehen der Welt in sehr vielen Dingen mit schlechtem Beispiel voran, aber in der Begrenzung der Amtszeit ihrer Präsidenten auf zwei Wahlperioden sind sie vorbildlich. Je länger ein Politiker ein Amt inne hat, desto weiter breitet sich sei Beziehungsgeflecht in seinem Umfeld aus. Man könnte auch sagen: der Filz. Mit dem sich ausweitenden Geflecht verdichtet sich seine Macht – auch über den gesetzlich vorgegebenen Rahmen hinaus – und ebenso seine finanziellen Möglichkeiten. Mit dieser Zunahme der Möglichkeiten geht die Gefahr einher, dass die Macht den Politiker verdirbt. Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollten Regierungschefs, Minister und Abgeordnete höchstens für zwei Amtszeiten an den Fleischtöpfen der Macht verweilen dürfen. Andere wollen auch einmal an die Reihe kommen. Der erkennbare Einfallsreichtum deutscher Bundestagsabgeordneter beim Erschließen zusätzlicher Einnahmequellen – neben ihren Abgeordnetendiäten – stützt die in diesem Leserbrief vertretene Argumentation. Zwei Amtszeiten für deutsche Regierungschefs sind genug!-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Otfried Schrot, Ronnenberg




