WM 2014 -  kämpfen und siegen - wann ist es endlich genug? - QR Code Friendly
Und das sagt die 13. Fee:


Ja, das Spektakel war schon enorm. Und richtig ist sicher auch, dass die Deutschen 'gesiegt' haben, weil sie wirklich ein Team waren. Anders als die Argentinier. Dieser Messi, der beste Fußballspieler der Welt seit Jahren -  mir bis dahin unbekannt - stapfte am Ende sehr einsam durch die Massen.  Er zeigte keine Emotionen, sah sehr nach Schock aus.

Ich finde es sehr faszinierend, wie  sich so viele Leute - weltweit - über so etwas Abstraktes: Ball wird in Tor geschossen - so freuen können. Sehr rätselhaft. Nachvollziehbar, wenn sie sich beim Samba tanzen  mit schönen Brasilianer/innen freuen. Viele Fans waren wohl wochenlang in Brasilien - da haben sie außer Fußball sicher viel erlebt, was vielleicht wirklich wichtig war. Vielleicht brauchen viele diesen kollektiven Hype, damit sie sich selbst mal ekstatisch freuen können -  die Kehrseite, der Schmerz, wenn die eigene Mannschaft verliert gehört allerdings auch dazu, wie man an den vielen tränenüberströmten Gesichtern sah. Die Verlierernationen waren alle am Boden zerstört. Die Brasilianer haben sich offenbar  am schnellsten erholt und sich dann einfach mit den Deutschen gefreut. Das ist menschliche Größe. Es wurde ein kleine, alte, dicke Frau aus einer Favela gezeigt, die dort ein kleine Bar hat, mit der sie im Monat ca. 300 Euro verdient. Für die WM hatte sie einen TV gekauft, den sie noch lange hätte abzahlen müssen.  Der wurde ihr dann von  deutschen Fans auf einen Schlag bezahlt. Solche erfreulichen Ereignisse  gab es sicher auch zahlreich.

Aufgefallen ist mir noch, dass in der Kommentierung des gestrigen Spiels immer wieder die 'Kampfbereitschaft' der beiden Mannschaften gelobt wurde. Und in der Tat sind  sind es die  Werte  'kämpfen' und 'siegen', die hier weltweit trainiert werden. Und wie man an Schweinsteiger gesehen hat, ging es mit dem Kampf richtig zur Sache. Die Welt schreibt heute sogar vom 'Blutkreiger Schweinsteiger!
Immer wieder musste ich an die beiden anderen Parteien denken, die sich zur Zeit  nicht nur  'kampfbereit', sondern unerschütterlich kämpfend  gegenüber stehen und so lange nicht aufgeben wollen, bis einer 'tödlich getroffen' ist.  Da geht es um was, nicht nur darum, dass das Runde ins Eckige muss - und deshalb gibt es, wie immer bei 'richtigen' Kämpfen auf dieser Welt,  reichlich Tote.  Bei der Bombardierung eines Hauses in Gaza gab es gestern 18 Tote, wurde in der Spielpause in den Nachrichten, berichtet. Das ist zwar nicht mehr lustig, hat aber die Kampfeslust auf dem Rasen und drumherum nicht weiter gestört. Wahrscheinlich wird jeder, der hier einen Zusammenhang sieht, als absolute Spaßbremse angesehen.

Vielleicht würde auch in den Regionen, wo gerade 'richtig' gekämpft wird, die 'Kampfbereitschaft' abnehmen, wenn man sie  nicht weltweit dauernd 'spielerisch' so  intensiv trainieren würde.  

Früher sangen wir: "Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?"   Solche Lieder gibt es nicht mehr.

Gott Thanatos wird halt auf diesem Planeten immer noch sehr viel stärker verehrt und gefeiert als Gott Eros. Den Preis dafür zahlen wir alle.
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