Pink Floyd - QR Code Friendly
 Als ich vor ein paar Wochen im Fernsehen in einem Werbespot sah und hörte, dass Pink Floyd eine neue Platte herausbringen, war ich zunächst erstaunt: Schon allzu lange Zeit war seit dem letzten Album vergangen, und sind die Musiker, soweit lebend, nicht schon Mitte Sechzig? Ich hatte geglaubt, Pink Floyd hätten sich längst auf´s verdiente Altenteil gesetzt. Aber dann überwog doch die Neugier: Was würden die Altrocker wohl noch bringen? Das Vorbestellen der neuen CD "The Endless River" war somit für mich langjährigen Pink Floyd-Fan Pflicht.
Nachdem ich mir nun  ca. zehnmal die neue Pink Floyd-CD "The Endless River" (die übrigens auch als Doppel-LP, DVD, Digi CD, Blu-ray-disc und MP3  erschienen ist) ´reingezogen habe, kann ich  nunmehr eine - hoffentlich  fundierte - Plattenkritik geben.
Vorweg: Die Platte gefällt mir sehr gut. Im Gegensatz zu einer ziemlich negativen Kritik, die ich gestern in der Peiner Allgemeinen Zeitung lesen musste. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden.
Die nach Bekunden der verbliebenen Musiker (die Gründungsmitglieder Syd Barrett und Richard Wright sind tot, Inspirator Roger Waters ist schon vor 20 Jahren aus der Band ausgetreten) letzte Pink Floyd-Platte ist ein Ohrenschmaus für Freunde der instrumentalen Rockmusik. Von den insgesamt 15 Tracks enthält nur ein einziger Gesang: der Schlusstitel "Louder than Words".  Im Vordergrund stehen, wie bei Pink Floyd nicht anders zu erwarten, Gitarre, Orgel und Synthesizer. Das Schlagzeug von Nick Mason spielt nur eine untergeordnete Rolle und ist oft minutenlang gar nicht zu hören. Die CD beruht auf Klangmaterial von 1993, was die Musiker nicht verschweigen. Nur so ist es möglich, dass auch Tastenmann Richard "Rick" Wright ausführlich mit seinen Spezialinstrumenten zu hören ist. Neben  vielem anderen spielt er auch die Farfisa Orgel, die schon Multiinstrumentalist Mike Oldfield auf seinem Meisterwerk "Tubular Bells" von 1973 zu Ehren brachte. Den übriggebliebenen Musikern David Gilmour (Gitarren) und Nick Mason (Schlagzeug), beide Mitte Sechzig,  stehen etliche Begleitmusiker zur Seite, zum Beispiel Bob Ezrin (Keyboards und Bassgitarre) und Jon Carin (Synthesizer), die schon 1979 im genialen Pink Floyd-Doppelalbum "The Wall" mitmischten. Nicht dabei ist das abtrünnige Gründungsmitglied Roger Waters, der nur noch solo auftritt und nur einmal bei einem Pink Floyd-Konzert in die Gruppe zurückkehrte.
Im Stück ""Talkin´Hawkin´" ist tatsächlich der weltberühmte britische Physiker Stephen William  Hawking, der seit Jahrzehnten an amyotrophischer Sklerose leidet und sich nur per Computer mit seiner Umwelt verständigt,
 zu hören - mit "Electronic voice sample".
Auf dem Cover von "The Endless River" ist übrigens ein Mann  zu sehen, der mit einem Boot auf einer dichten weißen Wolkendecke spazierenfährt. Dieses  Bild mag vielleicht nicht an das legendäre Cover des Pink Floyd-Meisterwerks "Wish You  Were  Here", auf dem ein in Flammen stehender Mann einem anderen die Hand schüttelt, heranreichen, ist aber doch zumindest originell.
Fazit: "The Endless River" ist ein ruhiges und schönes Instrumentalalbum, das dem Fan  den Abschied von der Supergruppe Pink Floyd versüßen kann.

Martin Götjen
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