Linke
Nach  einer jüngst veröffentlichten  Erhebung der Transparenzplattform  „abgeordneten-watch.de“  fehlten bei namentlichen Abstimmungen im Deutschen Bundestag die Abgeordneten der Linken angeblich fast doppelt so häufig, wie die Abgeordneten der übrigen Fraktionen. Mit diesem Untersuchungsergebnis konfrontiert, hat die Parlamentarische Geschäftsführerin der Links-Fraktion, Petra Sitte, dieses Fehlen damit begründet, dass die Abgeordneten ihrer Partei in ihren jeweiligen Wahlkreisen auf Grund ihrer insgesamt geringeren Zahl mehr Präsenz zeigen müssten, als die Abgeordneten der übrigen Parteien .Das klingt vielleicht nach einer billigen Entschuldigung, ist es aber nicht.
Wir brauchen als Beispiel nur die Ingolstädter Abgeordnete Eva Bulling-Schröter, das weibliche „Flaggschiff“ der bayerischen Linken im Deutschen Bundestag herauszugreifen, um zu erkennen, wie sauer sich gerade die Abgeordneten dieser relativ kleinen Partei  ihr Brot verdienen müssen. Bei den großen Parteien kann die Last auf viele Schultern verteilt werden, bei einer kleinen logischerweise auf nur wenige.  Generell gesagt: Je kleiner die Partei ist, umso größer muss das Engagement und der Arbeitseinsatz der einzelnen Mandatsträger sein. Schließlich hat auch für die Bundestagsabgeordneten der Tag nur vierundzwanzig Stunden und über die Gabe der Bilokation verfügen sie auch nicht (schon gar nicht die Linken, wie man boshaft anmerken könnte). Die - von mir übrigens auch ganz persönlich und privat hoch geschätzte -  Abgeordnete Eva Bulling-Schröter etwa, hat neben ihren Büros in Berlin und in Ingolstadt auch noch ein Büro in Hof zu betreuen. Dazu kommen Sitzungen in der Parteizentrale in München und so weiter und so fort. In der Regel bleiben dafür ohnehin nur die Wochenenden.
Der Einwand von Petra Sitte zu der o.g. Erhebung kann also nicht einfach als eine Äußerung  pro domo abgetan werden, sondern trifft den Nagel auf den Kopf. Jedenfalls ist im Umgang mit Statistiken, wie sie von der Organisation „abgeordneten-watch.de“ vorgelegt wurde, Vorsicht geboten.
 
Dr. Werner J. Leitmeier
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