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Islamistische Terroristen haben am 13.Dez 2015 auf brutale Weise 129 Menschen in Paris umgebracht. Unserer Werte und unsere  freiheitliche Grundordnung sind tief verletzt.Da müssen wir reagieren, der sog. Islamische Staat und seine Terrormiliz müssen bekämpft werden.
Die westliche Welt, besonders natürlich die Franzosen, spricht zum größten Teil von „Krieg“. Das ist emotional nachvollziehbar. Aber: die hier schon fast hysterische Wortwahl ist nicht nur gefährlich – sie bedient auch die zu unterstellenden Interessen des IS – (auch) die Tür zu einem chancenlosen Bodenkrieg könnte damit geöffnet sein. Die jüngsten Äußerungen des französischen Innenministers weisen darauf hin. Wie gehen wir dann damit um? Wo sind die Grenzen einer zu gebenden Solidarität? Wo muss man rechtzeitig, d.h. jetzt, mögliche Gefahren eventueller Verpflichtungen im Rahmen des Nato-Bündnisses   abwehren?
Wer von „Krieg“ spricht, nimmt die bestehende Kriegserklärung der Terroristen an – und befindet sich damit im Krieg - statt den Terror wirksam zu bekämpfen (durchaus auch mit militärischen Mitteln). Aus Afghanistan haben wir offensichtlich nicht viel gelernt. Wer meint, in Syrien findet die Endschlacht zwischen Gut und Böse statt, irrt.
Wo waren – und sind – wir, wenn an anderen Orten, in anderen Ländern der Welt
zig Millionen Kinder sterben, ebenso viele Menschen verhungern? Wie viele wurden kriegsrechtsverletzend in z.B. Afghanistan, Irak oder Kongo umgebracht?
Wir sprechen von „Ursachenbekämpfung“ – und schauen dabei nur auf Syrien und flüchtlingsaufnehmende Nahostländer. Warum wird weitgehend die eigentliche Ursache und Entstehung des IS vergessen, zumindest vernachlässigt? Diese fanden ihren entscheidenden Anfang im Irak – ein „Krieg ohne Aussicht“ wurde geführt, manifestiert durch dann die Ausgrenzung der Sunniten. Einer, der Hauptursachen setzte, die USA, nimmt  gerade mal 10.000 Flüchtlinge auf. Warum vergessen wir, dass auch wir Ursachen gesetzt haben, insbesondere in Afrika. Wir dulden seit Jahrzehnten nicht nur Kinderarbeit, unerträgliche Arbeitsbedingungen und – löhne, wir erfreuen uns an Billigpreisen für Kaffee, Kakao, Bananen u.v.m..
Bleibt zu hoffen, dass Putins Versuch, al-Assad auf die weltpolitische Verhandlungsbühne zurück zu bomben erfolgreich sein wird.
Daneben bleibt zu hoffen, dass die islamische Gesellschaft sowie die christlichen Kirchen, insbesondere die jeweiligen amtlichen Glaubensvertreter, hier mehr Aktivität entwickeln - und die Medien hier durch Benennung und damit Installieren einer breiten gesellschaftlichen Diskussion diese Aspekte in den Focus setzend eine stärkere Verantwortung übernehmen.
Petra Reitzel,

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