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„Freispruch II. Klasse“ für Verteidigungsministerin Ursula v.d. Leyen !

Mehr als ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) zu dem Ergebnis gekommen ist, daß die Dissertation von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit dem langatmigen Titel „ C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnion-Infektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung“ den an derartige Arbeiten zu stellenden wissenschaftlichen Anforderungen genügen und - vor allem - daß es sich dabei um kein Plagiat handeln würde; die monatelange Prüfung hatte übrigens 32 Plagiate auf 62 Seiten ergeben. Eine lange - vielleicht eine zu lange - Zeit für die Überprüfung einer schriftlichen Doktorarbeit von gerade mal 62 Seiten (ich selbst kenne allerdings sogar medizinische Doktorarbeiten von nur 40 Seiten!). Frau v.d. Leyen jedenfalls kann also aufatmen und ebenso die Bundeskanzlerin Dr.Angela Merkel, der wenigstens in diesem Fall eine Wiederholung der Pleite, die sie mit v.d.Leyens Vorvorgänger im Amt, dem Baron Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der früheren Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU) erleben musste, erspart bleibt. Einen „faden Nachgeschmack“ - wie es der Parteichef der LINKEN, Bernd Riexinger, ausgedrückt hat - hat die Sache allemal und zwar aus mehreren Gründen: Zum einen wurde die Dissertation Ursula v. d. Leyens mit der Note „Sehr gut“ bewertet (also mit „Magna cum laude“, wie es in meiner eigenen Promotionsurkunde heißt). Im vorgängigen Überprüfungsverfahren hat die MHH nunmehr Frau v.d.Leyen „handwerkliche Fehler“ in deren Arbeit attestiert, was die Betroffene auch selbst eingeräumt hat; Frage: Wie paßt dies mit der Bewertung „Sehr gut“ bzw. „ Magna cum laude“ zusammen? Abgesehen davon: Ich stamme zwar aus einer reinen Arbeiter- und Handwerkerfamilie (mir wurde also weder auf dem Sch.....Reuchlin-Gymnasium in Ingolstadt, noch während des juristischen Studiums an den Universitäten Regensburg und München etwas geschenkt), habe aber bis dato nicht gewußt, daß auch die Anfertigung einer wissenschaftlichen Dissertation eine handwerkliche Tätigkeit darstellt; das muß ich erst von Leuten erfahren, die vermutlich zu blöd sind, um einen Nagel gerade in eine Wand zu schlagen). Zum andern wurde durch die Medien bekannt, daß Heiko v.d. Leyen, der Ehemann der Ministerin, seit 2001 an der Medizinischen Hochschule Hannover lehrt und außerdem Geschäftsführer eines von der MHH mitgegründeten Zentrums für Arzneimittelstudien ist. „Honi soit, qui mal y pense!“ Die Medizinische Hochschule Hannover hat - natürlich - den ihr gemachten Vorwurf einer Interessenkollision ebenso bestritten, wie schon zuvor die Universität Bayreuth im Falle des Baron K.T. von und zu .Guttenberg (auch hier waren bekanntlich beträchtliche Subsidien der Adelsfamilie v.Guttenberg an die dortige Universität geflossen). Die Plagiatsaffäre dürfte für die Verteidigungsministerin v.d.Leyen ausgestanden sein - auch wenn die Kritiker murren. Einer davon, der Berliner Rechtsprofessor Gerhard Dannemann ist sich sogar sicher, daß die Entscheidung des MHH vor einem (Verwaltungs)-Gericht keinen Bestand haben würde; doch soweit wird es wohl gar nicht kommen. Mit anderen Worten: Ursula von der Leyen bleibt uns, bleibt der Bundeswehr (leider) weiterhin erhalten und mit ihr auch ihre - zumindest teilweise - abstrusen Ideen und Vorstellungen. Schon seit 2014 will v.d.Leyen den „Wohlfühlfaktor“ bei der Bundeswehr mit einer „Attraktraktivitätsoffensive“ erhöhen, will die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland machen. Mehr Kindergärten - nötigenfalls sogar in Kasernen (!) - und die Erhöhung des Frauenanteils von derzeit etwa zehn auf fünfzehn Prozent, dazu noch bessere Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten sollen dieses Ziel erreichen helfen. Bislang ist davon freilich noch nicht viel zu spüren. Nicht nur in Oppositionskreisen, sondern auch in den Reihen der Regierungsparteien spottet man schon über „Uschis-Wellness-Armee“. Doch unverdrossen tönt der Regierungssprecher Steffen Seibert: „Die Ministerin ist eine hervorragende Verteidigungsministerin!“ Verständlich, denn was sollte er auch sonst sagen? „Wes Brot ich ess‘ des‘ Lied ich sing!“

Kommentare  

# DoktortitelOtfried Schrot 2016-04-05 14:22
Man lebt in Deutschland ruhiger, wenn man keinen Doktortitel hat. Im übrigen - eine Armee ist nicht zum Wohlfühlen da, sondern für den Krieg! Im Kriege dürften alle Beteiligten nur unwohle Gefühle haben. Am besten wird es sein, wir schaffen eine Welt ohne Krieg. Dann endlich werden sich alle wohlfühlen. Die Welt ohne Krieg wird aber nicht gewollt, weil an der Welt mit Krieg zu viele gut verdienen.

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